Kinderfreunde: Kinderspiel ist auch Männersache

Kampagne für mehr Männer in der Pädagogik gestartet

Wien (OTS) - „Ob in der Familie, in der pädagogischen Einrichtung oder in der ehrenamtlichen Arbeit - Kinder brauchen weibliche und männliche Bezugspersonen. Aber auch die Männer können von der erfüllenden Arbeit mit Kindern einiges mitnehmen“, erklärt Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde anlässlich des morgigen ‚Boys’ Day‘, dem Aktionstag des Sozialministeriums, an dem junge Männer Berufe im Sozialbereich kennen lernen können. Parallel dazu startete die Kampagne der Kinderfreunde mit dem Titel ‚Kinderspiel? Männersache!‘, die für mehr Beteiligung von Männern in der Arbeit mit Kindern wirbt. „Wir Kinderfreunde sind die größte Familienorganisation Österreichs, aber auch Betreiber von pädagogischen Einrichtungen. Wir merken besonders, wie positiv sich die Beteiligung von Männern auf alle Beteiligten in der pädagogischen Arbeit auswirkt“, so Oxonitsch. In der Familie sei Männerbeteiligung keine Frage der Familienform: „Um sich als Mann in die Erziehungs- und Beziehungsarbeit einzubringen ist es nicht notwendig der biologische Vater eines Kindes zu sein. Soziale Vaterschaft ist wichtig und dort wo Väter nicht vorhanden sind können andere männliche Bezugspersonen für die Kinder da sein. Alleinerzieherinnen und homosexuelle Paare mit Kindern sind vollwertige Familien. Entscheidend ist, dass es männliche und weibliche Bezugspersonen gibt“, hält Oxonitsch fest.

Leider sei auch heutzutage der Anteil von männlichen Mitarbeitern in pädagogischen Einrichtungen wie Kindergärten, Horten, Krabbelstuben oder Eltern-Kind-Zentren sehr gering. Oxonitsch findet das schade:
„Natürlich ist der Anteil der Männer in unseren Einrichtungen in den letzten Jahren gestiegen. Aber er ist noch nicht so hoch, wie wir ihn gerne hätten.“ Er lade alle jungen Männer ein, in die pädagogische Arbeit hinein zu schnuppern: „Viele können sich das zu Beginn gar nicht vorstellen, wenn sie aber dann mal ein paar Schnuppertage oder ihren Zivildienst in einer Einrichtung verbracht haben, bleiben sie für viele Jahre im Sozialbereich“, so Oxonitsch. In der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendgruppenarbeit sei das Bild etwas anders: „Menschen davon zu überzeugen, sich ehrenamtlich zu engagieren ist schwer genug. Männer davon zu überzeugen, ihre Freizeit mit Kindern zu verbringen, ist eine Herkules-Aufgabe. Aber auch hier gilt das gleiche wie in der Familie oder in der pädagogischen Einrichtung - Kinder brauchen männliche wie weibliche Bezugspersonen und wir würden uns freuen, wenn sich mehr Männer darauf einlassen würden“, erklärt Oxonitsch.

Viele Männer könnten auch noch einiges von Kindern lernen: „Wir beobachten oft, dass Männer im Kontakt mit Kindern relativ eindimensionale Rollen übernehmen - sie sind oft die Abenteurer, die Handwerker oder die Grillmeister. Dabei ist es für Kinder ebenso wichtig, Männer als zärtliche, verletzliche und gefühlvolle Menschen wahrzunehmen“, erklärt Oxonitsch. Es sei gerade als männliches Vorbild notwendig, ein Gegengewicht zu der teilweise sehr verzerrten Darstellung von Männern in Film, Fernsehen und Werbung zu bilden. „Dass Männer auch anders sein können als die Superhelden im Fernsehen, dürfen auch Kinder miterleben. Gerade die Notwendigkeit, sich auch von einer anderen Seite zu zeigen, macht Kinderspiel auf jeden Fall auch zur Männersache“, so Oxonitsch abschließend.

Informationen zur Kampagne unter www.kinderfreunde.at/maennersache -eine Fotoaktion zum Thema ist auf Facebook unter dem Hashtag #kinderspielmaennersache zu finden.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Kinderfreunde
Mag. (FH) Daniel Bohmann
Pressereferent
01/512 12 98 - 60, 0699/19529488
daniel.bohmann@kinderfreunde.at
www.kinderfreunde.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KIB0001