Bundeskanzler Faymann: Die Gewerkschaft ist die stärkste Lobby für eine gerechtere Gesellschaft

Begrüßungsrede beim GPA-djp-Bundesforum in Wien

Wien (OTS) - „Ich habe schon als junger Funktionär dem visionären Alfred Dallinger fasziniert zugehört, der mit der Forderung nach einer Wertschöpfungsabgabe für eine gerechtere Aufteilung des Arbeitsertrages in der Zukunft eingetreten ist. Heute, in Zeiten der fortschreitenden Globalisierung, ist es nur noch klarer geworden, dass Produktivitätssteigerung allzu oft mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen einhergeht, das heißt, dass zwar die Wertschöpfung gestiegen ist, aber die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht ihren fairen Anteil daran bekommen“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute beim Auftakt zum GPA-djp-Bundesforum im Wiener Austria Center.

Dazu komme, dass viele Konzerne ihre Gewinne nicht im Land versteuern, und dass ein zunehmend gewichtiger Finanzsektor die Spekulation zum Geschäftszweck gemacht habe. „Die Gewinne waren hoch, die Kosten der Finanzkrise haben die Steuerzahler zu bezahlen“, so Faymann weiter. „Eine Entwicklung, die Reiche reicher und Arme ärmer macht, ist aber kein Naturgesetz. Diese Logik kann nur durch mutige Ideen für eine faire Verteilung durchbrochen werden, wie durch den Einsatz für Arbeitszeitverkürzung, für Steuerbetrugsbekämpfung und den Kampf für einen gerechten Lohn, von dem man auch leben kann.“

„Die Gewerkschaft ist die stärkste Lobby für mehr Verteilungsgerechtigkeit. Es war die Unterstützung durch die Gewerkschaft, die geholfen hat, die Lohnsteuersenkung durchzusetzen. Doch trotz Steuerreform oder Bankenabgabe, wir sind noch lange nicht am Ziel“, sagte der Bundeskanzler. “In Europa ist die Arbeitslosigkeit viel zu hoch. Viele Menschen leben in Ländern, wo sie nicht genug zum Überleben haben, wo sie wegen Krieg und Verfolgung um ihr Leben fürchten müssen. Dagegen helfen keine Hassparolen. Menschen in Not brauchen Menschen, die auf der richtigen Seite stehen. Die Gewerkschaft ist eine starke Kraft für eine faire Gesellschaft, dafür danke ich“, so Faymann abschließend.

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