Schieder: Tiefe Betroffenheit über Tod von Helmut Schmidt

SPÖ-Parlamentsklub trauert

Wien (OTS/SK) - Tiefe Betroffenheit zeigt SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder über das Ableben von Helmut Schmidt: „Helmut Schmidt war einer von den ganz Großen, der die Politik nach 1945 in Europa geprägt hat - immer im Bewusstsein, wie fragil dieses Europa war und ist. Er war Macher, der Politik studiert und gedacht hat“. *****

Seine Zeit als Regierungschef (1974–82) war geprägt von einer internationalen Wirtschaftskrise, ausgelöst durch den Ölpreisschock. In dieser für Deutschland schwierigen Zeit setzte Schmidt besonders auf die deutsch-französische Kooperation. Durch die Initiative Schmidts wurde 1979 das Europäische Währungssystem gegründet. „Damit wurde ein wichtiger Grundstein für die europäische Identität und Unabhängigkeit Europas gelegt“, so der SPÖ-Klubobmann.

Umstritten war die Sicherheitspolitik Schmidts – er war einer der Hauptinitiatoren, die meinten, dass durch eine Aufrüstung des Westens das entstandene Bedrohungs- und Erpressungspotenzial des Ostblocks verringert werde. Gleichzeitig schlug Schmidt Verhandlungen zwischen NATO und dem Warschauer Pakt über wechselseitige Abrüstung vor. Die Friedensbewegung in Deutschland war geboren - mehr als eine Million Menschen demonstrierten am 22. Oktober 1983 gegen den Nato-Doppelbeschluss.

Konfrontiert mit einer Wirtschaftskrise versuchte Schmidt mit einem "Konjunkturstützungsprogramm" die deutsche Wirtschaft wieder zu beleben. Als früherer Finanzminister wollte er mit seiner Koalition den elementaren Anspruch "auf ein gerechteres und, soweit dies möglich ist, ein einfacheres Einkommenssteuerrecht erfüllen." Der Plan, dies umzusetzen, scheiterte vor allem an der immer wirtschaftsliberaleren FDP. Im September 1982 wurde Schmidt als Kanzler gestürzt.

„Ruhig blieb Schmidt deshalb nicht. Seine politischen Publikationen waren Bestseller und als Herausgeber der Wochenzeitung ‚Die Zeit‘ dachte er Politik weiter“, so Schieder. (Schluss) rm/sc

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