„One-Stop-Shop“ für Trassenbuchungen am gesamten Baltisch-Adriatischen Korridor geht in Betrieb

Stöger: „Wichtiger Schritt für Integration des europäischen Schienenverkehrs“ – Gemeinsame Initiative von Polen, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Italien und Österreich

Wien (OTS) - Ein „One-Stop-Shop“ vereinfacht ab heute, Dienstag, den Gütertransport auf dem Baltisch-Adriatischen Korridor. Eisenbahnverkehrsunternehmen können Schienentransportkapazitäten auf der Achse bei einer zentralen Stelle beantragen und buchen. Der Baltisch-Adriatische Korridor verbindet Danzig und Bologna über Warschau, Wien, Triest und Venedig, ein Zweig führt über Graz und Ljubljana zum slowenischen Adriahafen Koper. ****

„Der Start für die einheitliche Anlaufstelle für die Bahnen ist ein wichtiger Schritt in der Integration des europäischen Verkehrsnetzes und für den weiteren Ausbau der Verbindungen zu unseren Nachbarländern“, sagt Verkehrsminister Alois Stöger.

Zum Start der gemeinsamen Plattform für den BAK haben die Verkehrsministerien der sechs Anrainerstaaten eine gemeinsame Erklärung ausgearbeitet, die in allen sechs Ländern veröffentlicht wird.

Im Folgenden die Erklärung der Verkehrsministerien von Polen, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Italien und Österreich im Wortlaut

Die Verkehrsministerien, Infrastrukturbetreiber und Zuweisungsstellen von Polen, Tschechien, der Slowakei, Österreich, Slowenien und Italien eröffnen heute offiziell den baltisch-adriatischen Schienengüterverkehrskorridor. Der Korridor ist einer von insgesamt neun Schienengüterverkehrskorridoren, welche die EU zur Förderung des europäischen Schienengüterverkehrs ins Leben gerufen hat.

Die EU-Schienengüterverkehrskorridore sind ein wesentliches Instrument der EU-Verkehrspolitik, um die Ziele des Weißbuchs Verkehr aus dem Jahr 2011 zu erreichen und fügen sich nahtlos in die Verkehrspolitik der beteiligten Mitgliedsstaaten ein. Die Korridore tragen dazu bei, die Grundlage für effiziente, wettbewerbsfähige und wirtschaftliche Transporte auf der Schiene zu schaffen. Damit können gleichzeitig die Auswirkungen des Verkehrs auf Umwelt und Klima beschränkt, der Energieverbrauch des Sektors gesenkt und die Verkehrsbelastung auf den Straßen reduzieren werden. Peter Gašperšič, Verkehrsminister von Slowenien ist überzeugt: „Der baltisch-adriatische Korridor wird – als Teil eines zukünftigen Netzwerks für den Schienengüterverkehr – die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene unterstützen.“

Der baltisch-adriatische Korridor verläuft auf einer Nord-Süd-Route und verbindet bedeutende Wirtschaftszentren in den beteiligten Mitgliedsstaaten untereinander sowie mit den Häfen in der Ostsee und Adria. „Der baltisch-adriatische Korridor wird dazu beitragen, die Handelsbeziehungen zwischen unseren Ländern zu fördern und die europäische Integration zu vertiefen“, erklärt der slowakische Verkehrsminister Ján Počiatek. Auf seiner Route quert der Korridor fünf andere EU-Güterverkehrskorridore und bindet somit ein noch weit größeres Einzugsgebiet an.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Bahn als effizienten, umweltfreundlichen und sicheren Verkehrsträger zu unterstützen. Im Bereich des internationalen Güterverkehrs hinken die Ergebnisse bisher den beachtlichen Erfolgen in anderen Bereichen des Schienenverkehrs nach. Die EU-Schienengüterverkehrskorridore verfolgen daher das Ziel, einen funktionierenden Binnenmarkt für internationale Schienengüterverkehrsleistungen zu schaffen. „Wir sind überzeugt, dass die Schienengüterverkehrskorridore eine Erfolgsgeschichte werden, da wir hier einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, der sich nicht nur auf Infrastrukturinvestitionen beschränkt“, streicht der tschechische Verkehrsminister Ladislav Němec hervor. Der baltisch-adriatische Korridor stellt für die relevanten Akteuren daher auch eine Kooperationsplattform dar, in der die unterschiedlichen nationalen betrieblichen Regeln und Prozesse vereinheitlicht werden können.

Damit wird die Basis für nahtlose Schienentransporte geschaffen. Dies erfordert die Zusammenarbeit aller Akteure. Verkehrsministerien, Infrastrukturbetreiber, Zuweisungsstellen, Regulierungsbehörden, Eisenbahnunternehmen und Terminalbetreiber haben in einer Verwaltungsstruktur in den letzten vier Jahren den nötigen Kooperationsrahmen geschaffen. „Die Einrichtung des baltisch-adriatischen Korridors hat die Kooperation zwischen unseren Ländern auf allen Ebenen vertieft“, merkt Waldemar Sługocki, polnischer Staatssekretär für Verkehr, an. Dank dieser intensiven Kooperation ist der baltische-adriatische Korridor seit dem 10. November mit allen nötigen Einrichtungen und Systemen betriebsbereit.

Der Korridor „One-Stop-Shop“ ermöglicht es Eisenbahnverkehrsunternehmen und anderen an Schienentransporten interessierten Versendern, die nötige Infrastrukturkapazität an einer zentralen Stelle zu beantragen. Das Angebot besteht aus vorab festgelegten Zugtrassen, die vor oder während der jeweils laufenden Fahrplanperiode bestellt werden können. Zusätzlich haben die Infrastrukturbetreiber und Zuweisungsbehörden gemeinsam daran gearbeitet, die betrieblichen Regelungen auf ihren jeweiligen Netzen zu vereinheitlichen. Moderne IT-Systeme werden eingesetzt, um den Eisenbahnunternehmen jene Informationen zur Verfügung zu stellen, die sie für die Erbringung von hochqualitativen Transportdiensten benötigen. „Mit dem baltisch-adriatischen Korridor verfolgen unsere Ministerien und Infrastrukturbetreiber einen marktorientierten Ansatz, mit dem sie die Entwicklung der adriatischen und baltischen Häfen und der umweltfreundlichsten Verkehrsträger am Festland unterstützen“, begrüßt Graziano Delrio, der Verkehrsminister Italiens.

Die ersten Züge, die über den Korridor abgewickelt werden, sollen ab dem Inkrafttreten des Fahrplans 2016 im Dezember 2015 verkehren. Ab der Abfahrt des ersten Güterzuges werden ein kontinuierliches Monitoring, die Berücksichtigung von Kundenrückmeldungen sowie regelmäßige strategische Evaluationen sicherstellen, dass die Qualität der Dienstleistungen des Korridors in Zukunft weiter verbessert wird. Auf diese Weise wird der baltisch-adriatische Korridor – gemeinsam mit allen anderen Güterverkehrskorridoren – die Basis für ein umfassendes europäisches Netzwerk für den Schienengüterverkehr legen.

Weiterführende Informationen zum baltisch-adriatischen Schienengüterverkehrskorridor sind auf den Webseiten des Korridors unter www.rfc5.com verfügbar. Ein Faktenblatt mit allgemeinen Informationen zu den EU-Schienengüterverkehrskorridoren ist unter www.bmvit.gv.at/service/faktenblaetter/schienengueterverkehr.pdf verfügbar. (Schluss)

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Christoph Ertl
Pressesprecher von Bundesminister Alois Stöger
+43 (0) 1 711 6265-8818
christoph.ertl@bmvit.gv.at
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