Bühne frei für die „Kleine große Stimme“

Präsentation von Murnbergers historischem ORF/BR-Melodram mit u. a. Wane, Merkatz, Ricketts und Hochmair

Wien (OTS) - „Es ist keiner fremd, wenn wir das nicht wollen!“ Unter dieser Prämisse entführt Wolfgang Murnberger am Dienstag, dem 8. Dezember 2015, um 20.15 Uhr in ORF 2 in das Wien der Nachkriegszeit. Im ORF/BR-Melodram „Kleine große Stimme“ erzählt der Regisseur die berührende Geschichte eines Besatzerkindes, das sich entgegen aller Widerstände auf die Suche nach dem eigenen Vater macht. Alles, was ihm dabei hilft, ist ein altes Foto, eine Melodie – und die Wiener Sängerknaben. Ebendiese gaben ihre Sangeskünste im MuTh-Konzertsaal bei einer Präsentation zum Besten, die gestern, am Montag, dem 9. November, unter Anwesenheit von u. a. ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner, ORF-Fernsehfilmchef Dr. Heinrich Mis, den Darstellerinnen und Darstellern Wainde Wane, Karl Merkatz, Tyron Ricketts, Philipp Hochmair, Branko Samarovski, dem Regisseur Wolfgang Murnberger, den Autoren Rupert Henning, Eva Spreitzhofer und Michaela Ronzoni, den Produzenten Thomas Hroch und Gerald Podgornig sowie MuTh-Direktorin Elke Hesse stattfand.

In weiteren Rollen spielen u. a. David Rott, Miriam Stein, Erwin Steinhauer und Margarethe Tiesel. Die Dreharbeiten wurden von 25 Schülern der Wiener Sängerknaben vor der Kamera unterstützt. Das Drehbuch stammt von Rupert Henning nach einer Vorlage von Eva Spreitzhofer und einer Geschichte von Michaela Ronzoni. Die Filmmusik wurde vom ORF-Radio-Symphonieorchester Wien nach einer Komposition von Roman Kariolou eingespielt.

ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner: „Überzeugung, persönliche Haltung und Selbstvertrauen“

„Überzeugung sowie persönliche Haltung und Vertrauen in sich selber sind individuelle Stärken, von denen niemand – egal in welcher Lebensphase – ablassen sollte“, so ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner über das grundlegende Thema des Films. „Mit dieser Überzeugung und diesem Bewusstsein können wir auch Mitmenschen mitreißen und sie in ihrem Leben festigen. Die Stärken in ihnen zu erkennen ist ein aufbauendes Miteinander, das am Ende allen hilft. Allen, die mitgewirkt haben, diese Geschichte, diese Idee zu verwirklichen bzw. umzusetzen meinen großen Dank.“

Wainde Wane: „Es ist besser Gewissheit zu haben als sich die Augen zuzuhalten“

Wainde Wane spielt Benedikt Thaler, das zehnjährige Besatzerkind mit dunkler Hautfarbe, das es bei seinen Großeltern am Land nicht leicht hat und von der Aufnahme bei den Wiener Sängerknaben träumt, um auf Amerika-Tournee den eigenen Vater wiederzufinden. Doch alles, was er von ihm hat, ist ein Lied, das seine Mutter ihm vorgesungen hat. Wane über die Faszination seiner ersten Film(haupt)rolle: „Benedikts eiserner Wille, sich bis nach Wien zu den Sängerknaben durchzuschlagen, weil er unbedingt seinen Vater finden will.“ Ob es in der Geschichte etwas gibt, was Wane auch für sich für die heutige Zeit mitgenommen hat? „Die Geschichte, die von Karl Merkatz erzählt wird, hat mich sehr berührt. Die Ehefrau ist verschwunden, doch er hat sich lange nicht getraut nachzufragen, wo sie ist – bis er es dann doch einmal wagt und die Wahrheit sehr schmerzhaft ist. Aber auch wenn die Wahrheit schrecklich ist, ist es besser Gewissheit zu haben als sich die Augen zuzuhalten.“

Karl Merkatz: „Vieles in diesem Film sind auch meine eigenen Erlebnisse von damals“

Karl Merkatz spielt Siegfried Goldberg, den Vater des Kapellmeisters Max (David Rott), der Benedikt hilft, seinen Vater zu finden und selbst seit Jahren nach seiner verschollenen Ehefrau sucht. Was Merkatz an der Geschichte besonders berührt hat? „Für mich war es eine sehr schöne Figur, die ich spielen konnte, weil sie mich doch an sehr viele Erinnerungen und Erlebnisse der Kriegszeit hingeführt hat. Denn der Film spielt in einer Zeit, die ich selber kennengelernt habe. Es war meine Kindheit über meine Jugend bis hin zum Erwachsenwerden. Vieles in diesem Film sind auch meine eigenen Erlebnisse von damals. Und die Situation, dass ein Bub, noch dazu kein weißer Österreicher, sondern ein farbiges Kind, seinen Vater suchen musste, ist immer wieder passiert. Das gab es nicht nur einmal.“

Tyron Ricketts: „Die Welt als Ganzes sehen“

Der in Österreich geborene und mittlerweile in Los Angeles lebende Schauspieler und Musiker Tyron Ricketts spielt Jerry Delgado, einen amerikanischen Besatzungssoldaten und Benedikts Vater – der jahrelang nichts von dessen Existenz gewusst hat. „Ich war schon berührt, als ich das Drehbuch gelesen habe, weil es einfach eine sehr schöne Geschichte ist“, erinnert sich Ricketts. „Dazu kommt, dass ich selbst in Österreich geboren bin. Und so konnte ich einige Szenen aus dem Film auch sehr gut nachvollziehen, zum Beispiel wie es sich anfühlt, der einzige Schwarze in einem kleinen Ort zu sein. Die Relevanz der Geschichte ist nach wie vor ganz deutlich, gerade wenn man sich die aktuelle Flüchtlingsdebatte ansieht, wird klar, wie sehr Menschen vor dem Fremden Angst haben und wie schwer es oft ist, die Welt als Ganzes zu sehen und zusammenzuhalten.“

Wolfgang Murnberger: „Es geht darum, Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe oder Herkunft zu beurteilen“

Regie bei „Kleine große Stimme“ führte Wolfgang Murnberger, der von den aktuellen Dreharbeiten zur achten Staffel von „Vier Frauen und ein Todesfall“ für die Präsentation aus der Traunseeregion nach Wien gekommen ist. Über die Botschaft des Films: „Es geht darum, Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe oder Herkunft zu beurteilen, sondern sich die Menschen anzuschauen – das ist der Subtext von dem Film. Dass Fremde nicht automatisch schlecht sind.“

Vom Film zur Doku – weitere Programmpunkte in ORF 2

Im Anschluss an den Film taucht Regisseur Lukas Beck am Dienstag, dem 8. Dezember, um 21.55 Uhr in ORF 2 in der Dokumentation „Mehrstimmig. Die Wiener Sängerknaben“ in den Alltag der jungen Musiker und erzählt aus Sicht der Sängerknaben vom Leben zwischen Aufregung, Ruhm, harter Arbeit und Fußball. Bereits zwei Tage davor, am Samstag, dem 6. Dezember, um 18.25 Uhr in ORF 2 widmet sich ein „Österreich-Bild aus dem Landesstudio Wien“ mit dem Titel „Die Wiener Sängerknaben – Die jüngsten Botschafter Österreichs“ einer der ältesten „Boybands“ der Welt.

Mehr zu den Inhalten der einzelnen Produktionen ist online unter http://presse.ORF.at abrufbar.

„Kleine große Stimme“ ist eine Koproduktion von ORF, BR, ARD Degeto, Mona Film und Tivoli Film, mit Unterstützung von Fernsehfonds Austria und Filmfonds Wien.

„Kleine große Stimme“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand und auch als Live-Stream abrufbar.

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