Wiener Industrie fordert Sicherung von Betriebsflächen

Wien braucht einen Pakt für den Wirtschaftsstandort: Denn ohne Produktion und Betriebsflächen wird Wien im internationalen Standortwettbewerb rasch zurückfallen

Wien (OTS) - 10.11.2015 – Das Bevölkerungswachstum in Wien hat rasant an Fahrt aufgenommen, gleichzeitig kämpft die Stadt mit Rekordarbeitslosigkeit. Verschärft wird diese Situation durch den unwiederbringlichen Verlust an Betriebsfläche und abwandernden Produktionsbetrieben. An dieser Fehlentwicklung haben eine nicht zielgerichtete Standort- und Widmungspolitik Schuld. So sind den letzten 20 Jahren mehr als 21 Prozent der Industrieflächen durch Umwidmung in Wohnraum verloren gegangen. „Diese Abwärtsspirale muss gestoppt werden, sonst gibt es am Wirtschaftsstandort Wien in wenigen Jahrzehnten keine produzierenden Betriebe mehr. Das wäre eine Katastrophe für den Wiener Arbeitsmarkt“, erklärt Stefan Ehrlich-Adám, Spartenobmann der Wiener Industrie.

Ehrlich-Adám verweist auf die immense Bedeutung des produzierenden Sektors für den Wirtschaftsstandort Wien. Denn die Wiener Produktionsbetriebe bieten knapp 122.500 Arbeitsplätze und sichern indirekt weitere 400.000 Jobs. In Wien werden zudem jährlich Waren im Wert von 22 Mrd. Euro produziert. „Die Produktion ist Schwungrad und Motor des Wirtschaftsstandorts. Das muss klar sein, damit in den nächsten Jahren eine positive Veränderung für den Wirtschaftsstandort Wien stattfinden kann“, sagt Ehrlich-Adám. Als konkrete Maßnahmen fordert der Obmann der Wiener Industrie:

- Mehr leistbare Betriebsflächen schaffen: Es geht nicht nur um das Sichern bestehender Betriebsflächen, sondern auch um das Schaffen neuer. Nur so kann die Wiener Industrie weiter wachsen und wird nicht abwandern. Ein gangbarer Weg: Die Stadt Wien hält gut erschlossene und erreichbare Betriebsgrundstücke für Industriebetriebe auf Vorrat bereit.

- Ausreichend Pufferzonen zwischen Wohn- und Industriegebieten: Damit keine Konflikte mit Anrainern entstehen, muss vorgesorgt werden. Einerseits braucht es angemessene Pufferzonen zwischen Wohngebieten und Industrieflächen, andererseits aktive Öffentlichkeitsarbeit zur Bewusstseinsbildung. So wird das Miteinander gestärkt und Verständnis für die Belange der Industrie geschaffen.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Wien
Martin Sattler
Presse & Medienmanagement
01 51450-1814
martin.sattler@wkw.at
http://www.wko.at/wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WHK0001