Umweltdachverband zu Natura 2000: Finale nicht ohne Bergmähwiesen und Blauschillernden Feuerfalter!

- Bundesländer müssen offene Gebietsforderungen bis Ende 2015 erfüllen – sonst droht Fortsetzung des Vertragsverletzungsverfahrens

Wien (OTS) - Zahlreiche geforderte Gebiete – z. B. Unkenberger Mähder, Piz Val Gronda, Weizklamm – noch nicht unter Schutz gestellt

„Der Endspurt in Sachen Natura 2000 hat begonnen. Die Bundesländer haben nur noch knapp acht Wochen Zeit, die ausständigen Gebietsausweisungen für das europaweite Schutzgebietsnetzwerk an Brüssel zu melden. Passiert dies nicht, werden die Weiterführung des Vertragsverletzungsverfahrens und in Folge auch die Einleitung einer Klage vor dem EuGH sowie teure Strafzahlungen riskiert“, erklärt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes. Die Rahmenbedingungen für den Zieleinlauf liegen spätestens seit März 2015 auf dem Tisch. Im Zuge des biogeographischen Seminars mit VertreterInnen der Europäischen Kommission, des Europäischen Topic Centers für biologische Vielfalt, der Bundesländer, der Interessengruppen und ExpertInnen wurden konkrete Forderungen nach Gebietsausweisungen für zahlreiche Arten und Lebensräume gestellt. Einige Bundesländer haben erste Schritte gesetzt und neue Natura 2000-Gebiete gemeldet. „Das ist lobenswert, jedoch nur ein erster Ansatz. Die Naturschutz-Hausaufgaben sind noch lange nicht erledigt und die Zeit ist schon mehr als knapp“, so Maier.

Die Zeit drängt: Großteil der Nachnominierungen ist noch ausständig

Insgesamt wurden beim Bewertungsseminar 59 Schutzgüter festgestellt, für die noch weitere Natura 2000-Gebiete ausgewiesen werden müssen:
15 Lebensraumtypen, 19 Pflanzenarten sowie 25 Tierarten brauchen zusätzliche Natura 2000-Gebiete, um ihren langfristigen Schutz in Österreich zu gewährleisten. Dazu zählen unter anderem die Bergmähwiesen (in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark und Kärnten) oder die Illyrischen Rotbuchenwälder (in Kärnten und der Steiermark), die Sumpf-Gladiole (in Vorarlberg und Salzburg) oder der Böhmische Enzian (in Oberösterreich und Niederösterreich) sowie der Blauschillernde Feuerfalter (in Niederösterreich, Steiermark und Salzburg) oder der Schwarze Grubenlaufkäfer (im Burgenland, in Oberösterreich und Niederösterreich). Bisher wurden im Jahr 2015 allerdings erst 16 neue Schutzgebiete aus Kärnten, Salzburg und Tirol für insgesamt nur 14 dieser Schutzgüter an die Europäische Kommission gemeldet. Das bedeutet, dass für 75 % der geforderten Arten und Lebensräume seit dem Bewertungsseminar im März 2015 noch keine neuen Gebiete gemeldet wurden! Somit besteht massiver Nachholbedarf!
Für die Komplettierung des Natura 2000-Schutzgebietsnetzwerks in Österreich sind u. a. auch die langjährig geforderten Gebietsausweisungen für den Piz Val Gronda (Tirol), die Unkenberger Mähder (Salzburg) oder die Weizklamm in der Steiermark unumgänglich. Maier stellt dazu fest: „Die Forderungen der EU-Kommission nach den fehlenden Natura 2000-Gebieten sind seit langem bekannt. An den Natura 2000-Nachnominierungen führt kein Weg vorbei – auch, um den Gebietsfestlegungsprozess im Sinne zukünftiger Planungs- und Rechtssicherheit endlich abschließen zu können!“

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