„Thema“: Arbeit für Flüchtlinge – Integration oder Verdrängung?

Außerdem am 9. November: Bewegtes Exil – 77 Jahre nach der Vertreibung

Wien (OTS) - Christoph Feurstein präsentiert in „Thema“ am Montag, dem 9. November 2015, um 21.10 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Arbeit für Flüchtlinge – Integration oder Verdrängung?

Mehr als 400.000 Menschen in Österreich sind auf Jobsuche. Bis Ende des Jahres könnten 30.000 anerkannte Flüchtlinge dazu kommen, schätzt das Sozialministerium. Welche Chancen haben sie und was bedeutet das für den Arbeitsmarkt? Verdrängen sie einheimische Arbeitssuchende oder sind sie eine Bereicherung für die Wirtschaft? In Perg in Oberösterreich macht der 24-jährige Syrer Odie Shehbabi eine Lehre zum bautechnischen Zeichner. „Ich habe gesehen, dass er hungrig ist nach Arbeit und dass er voll einsteigen will. Das hat mir gefallen“, sagt sein Chef, der seinen Lehrling über das AMS gefunden hat. Mit einem „Kompetenzcheck“ prüft das Arbeitsmarktservice die Qualifikation von Menschen, die in Österreich Asyl bekommen haben, und bietet auch „Werteseminare“ an. Markus Stachl und Christoph Seibel haben recherchiert, welche Herausforderungen auf den Arbeitsmarkt zukommen.

Bewegtes Exil – 77 Jahre nach der Vertreibung

Hans Reichenfeld war 15 Jahre alt, als er aus Wien fliehen musste. Der heute 92-Jährige hat in Kanada ein neues Leben begonnen und Karriere als Arzt und Psychiater gemacht. Vor 77 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, begann mit den Novemberpogromen im Deutschen Reich die systematische Verfolgung, Enteignung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung. Hans Reichenfeld wurde aus dem Akademischen Gymnasium geworfen und konnte mit einem Kindertransport nach England entkommen. „Auf die Reise gaben mir meine Mutter und meine Tanten Wiener Schnitzel und Apfelstrudel mit“, erinnert er sich. Damals konnte er nicht ahnen, dass es ein Abschied für immer war. Susanna Zaradic hat den Flüchtling von damals bei einem Besuch in seiner alten Heimatstadt getroffen.

Nepalesen auf der Rax

Vor einem halben Jahr erschütterte ein schweres Erdbeben Nepal. 9.000 Menschen kamen ums Leben. Mimgmar Tamang und seine Familie haben überlebt, doch in ihrem Heimatort sind so gut wie alle Häuser zerstört. „Meine Eltern müssen noch immer im Kuhstall leben, weil ihr Haus kaputt ist“, erzählt der Nepalese. Er kocht gerne Schweinsbraten und Linsen mit Speck – in der Seehütte auf der Rax in Niederösterreich. Dort hat Mimgmar Tamang in den vergangenen Monaten gearbeitet und fast 7.000 Euro verdient. Das ist ein kleines Vermögen für den jungen Mann. In Nepal bekommt er als Touristenführer nur etwa 1.000 Euro im Jahr. Von der nepalesischen Regierung dürfen sich die Erdbebenopfer kaum Unterstützung für den Wiederaufbau erwarten, berichtet Birgit Brunner.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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