Sportministerium und BSO gemeinsam gegen sexuelle Übergriffe im Sport

„Hinsehen und handeln, vorbeugen und aufklären“ – Organisierter Sport setzt Zeichen zum Schutz von Athletinnen und Athleten

Wien (OTS) - Bei der heutigen Sportversammlung der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) haben Sportminister Gerald Klug, BSO-Präsident Herbert Kocher und die Sportverbände eine Erklärung „gegen sexuelle Übergriffe und für Respekt und Sicherheit im Sport“ unterzeichnet. Gemeinsam sprechen sie sich für eine „Kultur der Aufmerksamkeit und des Handelns aus, um ein offenes, intaktes und sicheres Sportumfeld zu schaffen“.

Sportminister Gerald Klug dazu: „Unser Ziel ist es für dieses Thema zu sensibilisieren und mit der gemeinsamen Erklärung ein klares Zeichen gegen sexuelle Übergriffe im Sport zu setzen. Alle Beteiligten im Sport sind zum Hinsehen und Handeln aufgefordert. Wir wollen Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainer sowie Funktionärinnen und Funktionäre dazu ermutigen Schritte zu setzen um sexuellen Übergriffen im Sport vorzubeugen und diese aufzuklären.“

BSO-Präsident Herbert Kocher ergänzt: „Als Präsident der Österreichischen Bundes-Sportorganisation freut es mich, dass der organisierte Sport hier geschlossen auftritt und gemeinsam ein starkes Signal setzt. 67 Mitgliedsverbände und die darin organisierten Vereine fassen hier einen Schulterschluss, um gemeinsam für ein offenes, intaktes und sicheres Sportumfeld aufzutreten. Wir stehen für eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Handelns.“

Während für Österreich keine gesicherten Daten vorliegen, weist eine Studie in neun EU-Ländern zwischen 14 Prozent und 73 Prozent Betroffene von sexueller Belästigung im Sport aus. Es wird davon ausgegangen, dass die Zahlen für sexuellen Missbrauch bei zwei Prozent bis 20 Prozent liegen. Betroffen von Belästigung und Missbrauch sind Frauen wie Männer. Zu sexuellen Übergriffen zählen zum Beispiel Aussagen zu körperlicher Entwicklung, anzügliche Blicke und Bemerkungen, eine sexistische abwertende Sprache, Missachten des Schamgefühls, Verletzung der Intimsphäre oder unerwünschte Körperkontakte.

Auch Judo-Olympionikin Sabrina Filzmoser und Beachvolleyball-Ass Clemens Doppler unterstützen die Erklärung. Filzmoser stellt fest:
„In der Vergangenheit wurden Fehler begangen und Vorfälle oft unter den Tisch gekehrt. Das war für Betroffene besonders schmerzvoll. Respekt und Sicherheit im Sport haben nicht nur mit Gleichstellung, Integrität und Vernunft zu tun, sondern mit menschlichen Werten. Es ist an der Zeit alle Sportverbände, Funktionäre, Trainer und Sportler darauf aufmerksam zu machen.“ - „Als Spitzensportler und Jungpapa möchte ich natürlich, dass meine Tochter künftig Sport betreibt und dabei positive Werte vermittelt bekommt. Ein sicheres Sport- und Vereinsumfeld ist dafür unbedingt notwendig und wird von mir voll unterstützt“, fügt Doppler hinzu.

Die Erklärung gegen sexuelle Übergriffe wurde im Rahmen des Strategieprozesses für die Gleichstellung von Frauen und Männern im österreichischen Sport unter der Leitung des Vereins „100% Sport“ entwickelt. In der Arbeitsgruppe „Gegen sexuelle Gewalt im Sport“ ist darüber hinaus geplant, erstmals Daten zu sexualisierten Übergriffen für Österreich zu erheben, Informationsmaterialien für Verbände bereitzustellen und Fortbildungen für Sportverantwortliche anzubieten. Weitere Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit einem ausgewogenen Verhältnis von Frauen und Männern im Trainerberuf und in Sportgremien sowie mit stereotyper Darstellung von Sportlerinnen und Sportlern in den Medien. „100% Sport“-Präsidentin Christa Prets dazu:
„Chancengleichheit muss auch im Sport, besonders im Hinblick auf die vielzitierte sportliche Fairness, endlich umgesetzt werden. Der gemeinsame Strategieprozess wird vieles dazu beitragen.“

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Mag. Sophie Lampl
Pressesprecherin des Bundesministers
050201-10-20145
sophie.lampl@bmlvs.gv.at
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