ÖH ZU 20 JAHREN FRAUENFÖRDERUNGSPLAN

GLEICHSTELLUNG MUSS WEITER THEMATISIERT WERDEN

Wien (OTS) - Am Mittwoch wurden im Zuge einer Veranstaltung des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (bmwfw) und der Arbeitsgemeinschaft für Gleichbehandlung und Gleichstellung an Österreichs Universitäten (ARGE GLUNA) zum 20-jährigen Jubiläum des Frauenförderungsplanes an den Universitäten die Erfolge und Perspektiven zur Gleichstellung der Geschlechter präsentiert und diskutiert. "Gewiss wurde in den letzten 20 Jahren einiges erreicht, von tatsächlicher und gelebter Gleichstellung der Universitäten sind wir aber noch weit entfernt.“ meint Lucia Grabetz vom Vorsitzteam der ÖH Bundesvertretung.

1995, also noch vor der Einführung des Frauenföderungsplans. waren lediglich 6,6% Professorinnen an den Universitäten zu finden, im Jahre 2015 sind es 22,5%. Heute werden 8 von 21 Universitäten von Frauen geleitet, 1995 gab es nur eine Rektorin.

"Obwohl die Anzahl der Frauen im wissenschaftlichen Personal, unter den Professor_innen und in den Rektoraten angestiegen ist, findet sich noch immer eine beachtliche Diskrepanz zwischen Studentinnen und Professorinnen - auch gläserne Decke genannt. Während 54% der Studierenden weiblich sind, finden sich unter den Professor_innen nur 22,5% Frauen. Das Wettrennen um Berufungen ist demnach weiterhin eine der größten Hürden, denn dieser Schritt ist stark informell geprägt.“ kritisiert Grabetz. Das oft angeführte Argument, es gäbe nicht genug Frauen in manchen Bereichen, ist ein Scheinargument. Der Blickwinkel auf den Markt ist ein wichtiges Kriterium, ebenso ist die Art der Ausschreibung von Stellen entscheidend dafür, wer sich bewirbt. Wer sich bemüht die Frage „Wo sind die Frauen und wie suche ich nach ihnen?“ zu stellen, findet sie auch.

Bei Betrachtung der ÖH-Diskriminierungsstudie zeigt sich, je weiter eine Person in der Universitätskarriere voranschreitet, desto wahrscheinlicher ist der Kontakt mit Diskriminierung, wobei drei Viertel der Betroffenen die Vorfälle nicht an den eingerichteten Stellen melden. Weiters ging hervor, dass Diskriminierung aufgrund des Geschlechts meisten von Lehrenden ausgeht, nicht von anderen Studierenden. "Das Umfeld an der Hochschule ist demnach entscheidend für die Wirksamkeit von Frauenförderungsmaßnahmen. Es braucht sowohl einen weitreichenden Struktur- als auch einen Kulturwandel innerhalb der Institutionen, letzterer muss durch ausgiebige Sensibilisierung voran getrieben werden.“ fordert Grabetz. Mehr Frauen-Mentoring-Programme etwa, können das Machtbewusstsein der Frauen an Hochschulen verändern.

Frauenföderungsmaßnahmen müssen innerhalb der Hochschulen aktiv eingefordert und mit Leben gefüllt werden um nachhaltige Veränderungen herbeiführen zu können. Führungskräfte brauchen Genderkompetenz und müssen von der Notwendigkeit der Gleichstellung der Geschlechter überzeugt sein. Universitäten müssen sich ihrer Vorbildwirkung bewusst werden und die Gleichstellung in der Gesellschaft voran treiben.

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