Aslan: Effektiver Gewaltschutz für Flüchtlinge notwendig

Grüne: Von Gewalt betroffene weibliche Flüchtlinge gehören zu den schutzbedürftigen Personen

Wien (OTS) - In Österreich sind rund ein Viertel der AsylwerberInnen weiblich. „Diese Gruppe hat spezielle Bedürfnisse und diesen müssen wir hier in Österreich auch gerecht werden“, sagt die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan.

Am dringendsten ist es, jene Frauen, die Gewalt erlebt haben – entweder in ihrem Herkunftsland, auf der Flucht oder auch hier in den Aufnahmezentren – vor weiterer Gewalt zu schützen. „Eine wirksame Maßnahme sind reine Frauenunterkünfte. Aber auch psychologische Betreuung für traumatisierte Frauen ist notwendig“, meint Aslan.

Wie viele reine Frauenunterkünfte in Österreich existieren, ist unklar. Den Bestand solcher Einrichtungen lässt die Frauensprecherin deshalb nun in einer parlamentarischen Anfrage erheben. „Wir wissen allerdings schon jetzt, dass die Frauen den Bedarf haben und dass es zu wenige Frauenunterkünfte gibt. Klarerweise fühlen sich Frauen, die allein geflüchtet sind, in Unterkünften wohler, wo sie nicht allein unter Männern untergebracht sind“, sagt Aslan.

Aslan verweist darauf, dass sich Österreich im Rahmen der Istanbul-Konvention zu einem umfassenden Gewaltschutz für alle Menschen in Österreich verpflichtet hat. „Hier gibt es nichts zu rütteln, Österreich hat die Pflicht und die Aufgabe auch geflüchtete Frauen vor Gewalt zu schützen. Hilfreich wären etwa Interventionskonzepte, um den Gewaltschutz auch in Sondersituationen, wie sie in Erstaufnahmezentren herrschen, zu gewährleisten“, so Aslan.

Von Gewalt betroffene Frauen und Kinder werden von der EU-Aufnahmerichtlinie zudem als „schutzbedürftige Personen“ definiert, für die es auch adäquate medizinische und psychologische Betreuung braucht. „Niemand wird bestreiten, dass eine Frau, die vergewaltigt wurde, psychologische Unterstützung braucht, um wieder ein normales Leben führen zu können. Diese Hilfe müssen wir auch den Flüchtlingen zukommen lassen“, sagt Aslan.

Die Ursache, warum derzeit viel weniger Frauen nach Europa kommen als Männer, liegt in den gesellschaftlichen Verhältnissen der Herkunftsländer begründet. Aus Berichten der UNHCR geht hervor, dass der Frauenanteil in den Flüchtlingslagern in den Nachbarländern der Krisenherde ausgeglichen ist. Die Männer sind es dann, die als erstes die Risiken der Flucht nach Europa antreten, während die Frauen mit ihren Kindern und Eltern zurückbleiben.

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