Social Media - mit Echtzeitmonitoring alle Ausspielkanäle im Griff

Wie behält man den Überblick? Wie erkennt man, dass ein Shitstorm im Anmarsch ist? – Antworten gab es bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des APA-DeFacto-BusinessBreakfast

Wien (OTS) - Das Social Media-Universum dehnt sich weiter aus und stellt die Kommunikationsstrategen der heimischen Unternehmen täglich vor immense Herausforderungen. Wie ein sinnvolles Monitoring und professionelle Analysen dabei helfen können, den Überblick im zunehmenden Informationsstrom zu bewahren, haben Expertinnen und Experten heute, Mittwochvormittag, im Rahmen eines APA-DeFacto-Branchenfrühstücks erklärt.

Der oft zitierte Medienwandel ist auch in Österreich laut neuesten Studien deutlich messbar. Im professionellen Bereich erfolgt die Informationsbeschaffung nicht mehr ausschließlich über klassische Medien, sondern immer mehr über digitale Quellen. „Die Frage, wen oder was möchte ich mit meiner PR-Arbeit erreichen, wird angesichts der Vielzahl von unterschiedlichen Ausspielkanäle immer wichtiger“, sagt Waltraud Wiedermann, Geschäftsführerin der APA-DeFacto GmbH, die auf ein Medienarchiv mit Millionen von Dokumenten zurückgreifen kann. Bei Web- und Social Media-Inhalten wird besonderes Augenmerk auf österreich-relevante Inhalte und Seiten gelegt.

„Genauso wichtig wie die Definition der Kommunikationsziele ist es, die Orientierung in der Fülle von Informationen zu behalten“, erklärte Wiedermann. Im Rahmen der Veranstaltung stellte APA-DeFacto eine für die Realtime-Beobachtung optimierte Oberfläche vor. Auf dieser editierbaren Plattform ist die Vergabe von intellektuellen Merkmalen, wie zum Beispiel Tonalität, durch User oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von APA-DeFacto möglich.

Scheitern am Zynismus

„Kein semantisches System kann mit Zynismus umgehen“, zeigte sich auch Ritchie Pettauer, Blogger, Uni-Lektor und Online Marketing-Berater, überzeugt. Außerdem mache Social Media-Monitoring nicht alles sichtbar. Denn der viel zitierte Stammtisch werde seiner Meinung nach nur halböffentlich, verweist der Experte auf private Facebook-Kommunikation.

Allerdings sei Facebook seit kurzem „googlebar“ – zumindest in der englischen Version. Dadurch würden öffentliche Inhalte ausles- und durchsuchbar. „Wer denkt, dass es jetzt schon sehr viele Inhalte zu beobachten gilt, kann sich bereits auf megaviele Inhalte einstellen“, sagte Pettauer. Umso wichtiger sei es, die Treffer zu strukturieren: „Das muss auf ein sinnvolles Maß reduziert werden, damit man nicht erschlagen wird.“ 

Echtzeit-Monitoring sei notwendig, um schnell zu wissen, wann etwas faul sei und rasch eingreifen zu können damit aus der Shitbrise kein Shitstorm wird. Hinweise darauf würden beispielsweise „Trending Hashtags“, die in Zusammenhang mit dem Unternehmen stehen, oder eine überdurchschnittliche Postingfrequenz auf der eigenen Facebook-Seite geben, erläuterte der Experte.

„Wenn die Community aufschreit, hat sie einen Grund. Dann muss man sich anschauen, was passiert ist“, so Daniela Pichler, Leiterin Kommunikation und Campaigning bei Amnesty International Österreich. Ein richtiger Shitstorm sei es aber erst, wenn das Thema von einem Medium auf ein anderes überspringe – etwa von Facebook auf Print. „Dann weiß man, dass es eine größere Sache ist“, sagte Pichler. 

Große Erfolge mit Storytelling

Social Media sei für Amnesty jedenfalls extrem wichtig für Aktivierung, Kampagnen und Interaktion: „Wir wollen vermitteln, dass man über unsere Kanäle nicht nur mit uns, sondern auch miteinander in Kontakt treten kann.“ Große Erfolge habe man mit Storytelling erzielt. „Wir zeigen die Gesichter und die Emotionen dahinter, damit man sieht, was Amnesty macht. Wir erzählen Geschichten“, so die Expertin. Außerdem reagiere man stärker auf tagesaktuelles Geschehen.

„Social Media bietet uns als Direktbank die große Chance, zu zeigen, wie wir sind und was wir tun. Dabei muss man aber gezielt vorgehen und sich überlegen, was man in welchem Kanal macht. Wer agiert dort, und welche Messages passen da?“, erklärte Andrea Hansal, Head of Corporate Communications der ING-DiBa Direktbank Austria, die Herangehensweise.

Wichtig sei, die Inhalte auf den Punkt zu bringen und – in Abstimmung mit den Unternehmenszielen – in den entsprechenden Kanälen auszuspielen. Dabei würden auch interne Redaktionspläne helfen, um beispielsweise Themen runder zu gestalten und zu kommunizieren. „Allerdings darf man sich nicht sklavisch dran halten, sondern muss flexibel bleiben“, so Hansal. Bei der Umsetzung sollten möglichst alle Disziplinen im Haus Hand in Hand arbeiten, was nicht immer leicht umzusetzen sei.

Bilder zum DeFacto-Highlight unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7292/

Expertenwissen frei zum Download

Anlässlich des Business Breakfast präsentierte APA-DeFacto zudem ein neues Whitepaper zum Thema „Communication in Change“.  Das Know-how-starke Kompendium ist unter wp.apa.at kostenlos downloadbar.

Inhalt: Die Digitalisierung aller Lebensbereiche und der damit einhergehende Wandel im Mediennutzungsverhalten stellen Medienhäuser sowie Journalistinnen und Journalisten vor neue Herausforderungen. Nachrichten verbreiten sich schneller als je zuvor und in der von Social Media beeinflussten Medienlogik wird der Geschwindigkeit einer Nachricht häufig mehr Gewicht beigemessen als ihrer Qualität. Gerade in Social Media wird zwar gerne oft und viel geschrieben, doch nur die wenigsten Versprechungen oder Warnungen halten einer (wissenschaftlichen) Prüfung stand. Die sich rasch und permanent verändernden Rahmenbedingungen machen es für PR-Verantwortliche essenziell, sich einen bewussten und souveränen Umgang mit allen Kommunikationskanälen anzueignen. Das setzt naturgemäß ein gründliches Wissen um Adressaten, Multiplikatoren und Zielgruppen voraus: Die Frage lautet, wen möchte man wo und mit welchen Botschaften erreichen?

Communication in Change – Medienwandel, Reichweitenentwicklungen, Zielgruppen und die Logik sozialer Medien erfordern das Beherrschen neuer crossmedialer Spielregeln. Dieses Wissen bildet die Grundlage für strategische Planungen und schafft somit die Voraussetzung dafür, klare Ziele zu definieren, diese effizient zu verfolgen und die gesetzten Maßnahmen zu evaluieren und zu bewerten.

Whitepaper „Communication in Change“
Zum Download

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