Mariahilf bekommt „Helene-Bauer-Platz“

Mariahilf-BV Rumelhart/SP-Berger-Krotsch: Neuer Platz erinnert an das Wirken von Helene Bauer

Wien (OTS/SPW-K) - Seit Dienstag verfügt der sechste Wiener Gemeindebezirk über einen neuen Platz: Die Verkehrsfläche zwischen der Gumpendorfer Straße und Lehargasse wurde auf Initiative der SPÖ Mariahilf gestern offiziell nach der österreichischen Journalistin und Wissenschaftlerin Helene Bauer benannt.

„Dieser Platz soll an das Leben, das Wirken und die Leistungen von Helene Bauer erinnern, die sich maßgeblich für die sozialdemokratische Partei und die Menschen in dieser Stadt engagierte“, hält der Mariahilfer Bezirksvorsteher, Markus Rumelhart, fest.

„Helene Bauer war eine sehr belesene Frau, deren umfassende Bildung so manchen der großen Männer des Austromarxismus erblassen ließ. Mit ihren sozialwissenschaftlichen, journalistischen und gesellschaftskritischen Texten setzte Helene Bauer mitunter die ersten Grundsteine der heutigen Familien- und Frauenpolitik. Umso mehr freut es mich, dieser großartigen Frau auf diese Art und Weise ein Denkmal setzen zu können“, so SP-Frauensprecherin Nicole Berger-Krotsch.

Die neuen Straßentafeln wurden gestern, Dienstag, am Platz vor dem Café Sperl angebracht.

Helene Bauer: ihr Leben, ihr Wirken=

Die in Krakau geborene Helene Bauer absolvierte ihr Wirtschaftsstudium in der Schweiz – damals waren Frauen noch nicht zum Universitätsstudium in Österreich zugelassen. 1905 kam sie mit ihrem ersten Mann, Max Landau, nach Wien, wo sie sich für die sozialdemokratische Partei engagierte. 1914 heiratete sie Otto Bauer, den Sohn eines jüdischen Textilindustriellen. Helene Bauer wurde eine wichtige Beraterin ihres Mannes. Im Ersten Weltkrieg schloss sie sich der oppositionellen Linken um Friedrich Adler an.
In der Ersten Republik war Helene Bauer vor allem als Parteilehrerin für Statistik tätig. Sie trug neben Max Adler, Otto Bauer, Otto Neurath, Karl Renner und Josef Luitpold Stern an der Arbeiterhochschule Döbling vor. Darüber hinaus gründete und leitete sie die Sozialistische Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaft und Politik. Als Mitglied des Wiener Stadtschulrates half sie, die Schulreform zur reformieren. Außerdem war sie Redakteurin sozialdemokratischer Zeitschriften. Ihre sozialwissenschaftlichen und journalistischen Texte decken ein weites Themenspektrum ab, wie die Beschreibung und Analyse aktueller gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse, Familien- und Frauenpolitik, Fragen der Nationalökonomie und der Weltwirtschaft oder die kritische Auseinandersetzung mit ideologischen Theorien.

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