„Jugendwahn und Altersstarrsinn“ – Eine Diskussion zwischen zwei Generationen-Pärchen

Eine Podiumsdiskussion fand heute am 17. Journalistinnenkongress im Haus der Industrie mit Mutter und Tochter Fellner sowie Hanna Herbst und Bascha Mika statt.

Wien (OTS) - Unterschiedliche aber klare Meinungen wurden stark vertreten und entfachten eine hitzige Diskussion. Die Info-Chefin des ORF, Lisa Totzauer, begrüßt die vier Medienfrauen Uschi Pöttler-Fellner, Jenny Fellner, Hanna Herbst und Bascha Mika herzlichst am Podium und leitet mit einem Wordrap die Diskussion ein. Nach der Vorstellung der Journalistinnen wird schon die erste Frage bezüglich des Problems des Älter-Werdens an die Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau, Bascha Mika, gestellt.

"Der Prozess des Älter-Werdens ist vor allem im Journalismus ein großes Problem", meint Mika. Da Frauen ein einziges Schönheitsbild vorgegaukelt bekommen, nämlich jung und schön sein zu müssen, um am Bildschirm zu bleiben, lässt sich die Frage stellen: Wird Attraktivität mit Leistungsfähigkeit verbunden? Ein ganz klares "Ja". Frauen betrifft dieses Phänomen viel mehr als älter werdende Männer. Schlussendlich betrifft es aber nicht nur den Journalismus, sondern auch knallhart die Realität und wie jede und jeder weiß: den Lohnzettel.

Jenny Fellner und Uschi Pöttler-Fellner, Herausgeberin Bundesländerinnen/look, sind der Meinung, dass das Schönheitsideal der jungen Frau nicht im Fokus steht. Es gebe durchaus auch ältere Rolemodels u.a. Angelina Jolie, die in den Medien durchgehend präsent seien. "In unseren Redaktionen ist’s gemischt", meint Jenny Fellner, Herausgeberin von Madonna. Erfahrene, von denen man sich Rat holen kann, aber auch junge Journalistinnen, die frischen Wind mit sich bringen, seien unverzichtbar.

Die stellvertretende Chefredakteurin Hanna Herbst vom Online-Magazin VICE sieht es anders: Sie selbst vergleicht sich mit jüngeren Journalisten und Journalistinnen, die vielleicht schon weiter und schneller die Berufsleiter hinauf geklettert sind. "Das Alter spielt durchaus eine Rolle. An erster Stelle aber steht meiner Meinung nach das Geschlecht", erzählt sie. Man bekomme eher ein Interview aufgrund des Geschlechts weniger wegen des Alters.

"Man sollte doch stolz sein, auf das, was man schon geschafft und erreicht hat. Egal welches Alter. Man muss endlich vom gesellschaftlichen Wahn des Alters wegkommen!", antwortet Uschi Pöttler-Fellner ganz klar. Man müsse aber auch mit der Zeit mitgehen:
Das journalistische Verhalten zwischen Jüngeren und Älteren ändere sich ständig. Vor allem mit der Einführung der Online-Medien müsse man in der Berichterstattung flexibler werden: Unkomplizierte und schnelle Informationen seien gefragt.

Selbst im Online-Journalismus tätig, meint Hanna Herbst, dass die Berichterstattung in eine andere Richtung gehen werde: "Alles wird persönlicher, die eigene Meinung des Berichtenden rückt in den Vordergrund." Es stelle sich sogar die Frage, ob sich Ressorts künftig auflösen werden.

Bascha Mika gibt mit ihrer starken Meinung den Schlusston der Podiumsdiskussion an. Um Journalismus zu betreiben, müsse man Regeln beachten. Als Journalist und Journalistin sei man verpflichtet, den gesellschaftlichen Grundauftrag zur Demokratie in Bezug auf wahrheitsgetreue und objektive Berichterstattung zu erfüllen. Ansonsten sei dies "verdammt nochmal kein Journalismus!".

Die Podiumsdiskussion endet mit lautem Applaus und neu entstandenem Gesprächsstoff im Publikum.

Journalistinnenkongress 03.11.2015, Melanie Christine Bernhofer (YoungStar)

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