ÖAMTC: Tipps für Betroffene von Streiks bei Fluglinien

Streik der Lufthansa-Flugbegleiter ab Freitag angekündigt

Wien (OTS) - Aktuell ist ein Streik der Lufthansa-Flugbegleiter angekündigt. Ob es wirklich dazu kommen wird, ist noch unklar. "Den ÖAMTC erreichen derzeit verstärkt Anfragen von Mitgliedern, die von einer Arbeitsniederlegung bei der Fluglinie betroffen sein könnten", berichtet ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Die Rechtsexperten des Clubs haben daher die wichtigsten Tipps für betroffene Fluggäste und auch die Rechte im Streikfall zusammengestellt (auch online unter www.oeamtc.at/recht zu finden):

* Wie erfährt man, ob der eigene Flug betroffen ist? Die ÖAMTC-Expertin empfiehlt, sich an die Fluglinie bzw. den Reiseveranstalter (im Falle von Pauschalreisen) zu wenden. Auch der jeweilige Flughafen informiert online und vor Ort über alle Flüge.

* Soll man vorsichtshalber umbuchen, wenn ein Streik droht? Davon rät Pronebner ab: "Wer sich 'auf Verdacht' eine andere Möglichkeit sucht, bleibt möglicherweise auf den Kosten, sowohl für den ursprünglichen Flug, als auch für die Alternative sitzen. Zumindest dann, wenn der Flug doch planmäßig stattfindet." Besser ist es daher, sich mit der Fluglinie abzustimmen und über diese eine Umbuchung zu erreichen.

* Welche Rechte hat man, wenn der Flug im Streikfall annulliert wird? Passagiere, deren Flüge aufgrund eines Streiks annulliert werden, erhalten von den Fluggesellschaften den kompletten Ticketpreis inklusive Steuern und Gebühren zurück. "Alternativ besteht ein Anspruch auf kostenlose Umbuchung auf einen anderen Flug. Die Fluggesellschaft ist zudem verpflichtet, eine Beförderung mit anderen Verkehrsmitteln - etwa der Bahn - zu vergleichbaren Reisebedingungen anzubieten", erklärt die ÖAMTC-Juristin. "Der Fluggast darf jedoch nicht mit etwaigen Mehrkosten belastet werden", stellt Pronebner klar.

* Welche Ansprüche hat man, wenn es zu einer Verspätung des Fluges kommt? Verspätet sich der Flug wegen des Streiks, stehen Betroffenen bestimmte Leistungen zu. Beispielsweise hat man bei einer Flugstrecke von maximal 1.500 Kilometern ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen, also Telefonate, Getränke, und Mahlzeiten. Eine Übersicht der Ansprüche findet man unter www.oeamtc.at/recht. Wichtig: "Auch bei einer absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und der Reisende ihn dann verpasst", hält die ÖAMTC-Expertin fest.

* Was, wenn man z. B. wegen Streiks auf einem Flughafen "strandet"? Auch hier gilt: Die Airline oder der Veranstalter muss gestrandete Kunden betreuen - unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist oder nicht. Verpflegung samt Getränken sollte gestellt werden, Telefonate müssen ermöglicht werden und wenn sich der Flug auf einen anderen Tag verschiebt, werden die Hotelkosten gezahlt.

* Kann man im Nachhinein noch eine Entschädigung bekommen? Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein "außergewöhnlicher" Umstand daran schuld ist. "Die Fluggesellschaften und teilweise auch die Judikatur werten Streiks - wie zum Beispiel auch schlechtes Wetter, Schneesturm etc. - als außergewöhnlichen Umstand. Entschädigung gibt es daher meistens nicht", weiß Pronebner.

* Was tun, wenn man durch den Streik den Urlaub verspätet antreten muss? Pauschalurlaubern ist es bei einer längeren Reise zuzumuten, den Urlaub etwas später anzutreten, allenfalls kann der Reisepreis gemindert werden. "Sollten die Streiks jedoch länger andauern, könnte eventuell die Stornierung der Pauschalreise gerechtfertigt sein", so die ÖAMTC-Expertin. Anders bei Individualreisenden, die zwar die Flugkosten zurückverlangen können, das gebuchte Hotel bzw. die anfallenden Stornokosten aber trotzdem bezahlen müssen.

Die ÖAMTC-Juristen stehen den Mitgliedern exklusiv und kostenlos in schwierigen Fällen telefonisch, schriftlich (per Post oder per E-Mail) oder persönlich (nach telefonischer Terminvereinbarung) zur Verfügung: siehe www.oeamtc.at/rechtsberatung.

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