VSStÖ ad Mitterlehner: Interessieren Sie sich künftig für Ihre Disziplinarkommissionen!

Fall des grapschenden WU-Professors zeigt Missstände im Umgang mit sexualisierter Gewalt auf

Wien (OTS) - Im Fall des WU Professors, der jahrelang und systematisch sexuelle Übergriffe auf Studentinnen und Kolleginnen getätigt hat, und dafür nur mit einer Geldstrafe geahndet wurde, hat der VSStÖ nun Antwort auf seine offizielle Anfrage an Wissenschaftsminister Mitterlehner erhalten.

Auf die grundsätzliche Frage, warum in dem Fall auf Rechtsmittel verzichtet worden ist, antwortet Mitterlehner er sei nicht informiert gewesen, und dass die Disziplinarkommissionen des BMWFW selbstständig und unabhängig handeln würden.

"Hier stellt sich für uns die Frage, warum bei so einem schweren Fall, der politisch verantwortliche Minister nicht informiert ist. Schließlich sieht das Gesetz wohl nicht ohne Grund die Möglichkeit von Weisungen des Ministers an die Disziplinaranwält_innen vor", kommentiert Katrin Walch, Vorsitzende des Verbands Sozialistischer Student_innen (VSStÖ), die Antwort des Ministers.

"Der vorliegende Fall zeigt ja, dass sich der Minister mehr für seine Disziplinarkommissionen interessieren sollte - denn offenkundig hält er es nun für notwendig zu intervenieren und Anzeige gegen den WU-Professor zu erstatten", so Walch.

Weiters schreibt der Minister, der Vorsitzende der Disziplinarkommission habe die WU schon früher ausdrücklich aufgefordert in dem Fall Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft einzubringen. Laut einem Bericht des "Kurier" meint die WU jedoch, einen solchen Hinweis niemals erhalten zu haben.

"Solch widersprüchliche Aussagen und gegenseitige Schuldzuweisungen der zuständigen Institutionen bei einem Fall sexueller Übergriffe auf Studentinnen und Mitarbeiterinnen zeigen, dass es bezüglich dem Umgang mit sexualisierter Gewalt, der Bestrafung von Tätern und der professionellen und sensibilisierten Betreuung von Betroffenen einiges zu verbessern gibt", fasst Walch abschließend zusammen.

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