Kinderfreunde: Menschlichkeit statt Festungsfantasien

Weitere Verschärfung der Asylgesetzgebung löst keine Probleme

Wien (OTS) - Während in Österreich die Zivilgesellschaft dafür sorgt, dass Schutz suchende Menschen auf ihrer Durchreise zumindest mit dem Nötigsten versorgt werden, bemühen sich offenbar die Verantwortlichen auf Bundesebene, den Druck in Asylfragen weiter zu erhöhen: "Hier wird versucht, eigene Verfehlungen in der Flüchtlingspolitik durch noch schärfere Gesetzgebung zu überdecken. Heraus kommt ein weiterer Schritt in Richtung Unmenschlichkeit und eine verheerende Signalwirkung", ärgert sich Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Kinderfreunde.

Auch heute sei es der Fall, dass Kinder und Jugendliche, die nach Österreich kommen, nicht ausreichend versorgt werden. Asylwerber würden ohne Bildungs- und Freizeitangebote in Massenlagern zusammengepfercht sich selbst überlassen, Familien auf der Durchreise schlafen im November auf dem nackten Asphalt oder in Schachteln. Die ungelösten Probleme seien groß: Es brauche ein umfassendes Bildungsprogramm für alle Flüchtlinge unter 18 Jahren, eine offensive und solidarische Verteilung auf Ballungszentren in allen Bundesländern, eine rasche Integration von jungen Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt sowie grundlegende Beschleunigung der Asylverfahren. "Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Aber nicht im Spinnen von Festungsfantasien sondern im Sicherstellen, dass mit Flüchtlingen menschenwürdig umgegangen wird", so Oxonitsch weiter.

So lange sich ganz Europa in einem derartigen Ausnahmezustand befinde, darf nicht schon am nächsten Prügel gearbeitet werden, den man den schutzsuchenden Menschen zwischen die Beine werfen möchte:
"Flüchtlingspolitik ist ein sensibles Feld, in dem es menschliche Lösungen und gesamteuropäische Strategien braucht. Die Bundesregierung täte gut daran, hier die Voraussetzungen zu schaffen und auf europäischer Ebene für eine solidarische und menschliche Vorgangsweise einzutreten", fordert Oxonitsch. "Natürlich ist es nicht einfach, eine derart komplexe Herausforderung zu lösen, aber eines ist sicher: Festungen, Zäune und verschärfte Asylgesetze lösen sicher kein einziges der momentan augenscheinlichen Probleme", so Oxonitsch abschließend.

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