Aslan fordert mehr frauenspezifische Finanzberatung

Grüne: Maßnahme soll wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen fördern

Wien (OTS) - "In Österreich gibt es zu wenig frauenspezifische Finanzberatung", kritisiert die Frauensprecherin der Grünen, Berivan Aslan. "Frauen haben aufgrund ihrer spezifischen Lebenssituationen einen besonderen Beratungs- und Informationsbedarf, der in der herkömmlichen Beratungsinfrastruktur bisher zu kurz kommt", meint Aslan.

Die Armutsgefährdung liegt bei alleinlebenden Pensionistinnen mit 24 Prozent deutlich über der von ihren männlichen Kollegen (elf Prozent). "Am Ende ihres Lebens bezahlen Frauen für ihren Lebensentwurf die Rechnung, der aufgrund von Familiengründung oder Pflegetätigkeiten oftmals Erwerbsunterbrechungen und Einkommenseinbußen mit sich bringt. Viele Pensionistinnen beziehen nur die Mindestpension, die sie aber nicht vor Armut schützt", hät Aslan fest.

Ein weiteres Problem, das kulturell bedingt ist: Viele Frauen überlassen finanzielle Entscheidungen, die das gemeinsame Leben betreffen, immer noch ihren männlichen Partnern. "Wenn die Ehe oder auch die Lebenspartnerschaft zerbricht, stehen diese Frauen dann oft auch vor einem finanziellen Scherbenhaufen".

Um Frauen möglichst früh von der Wichtigkeit einer eigenständigen Lebensfinanzplanung zu überzeugen, fordert Aslan mehr zielgruppenorientierte Beratung und Aufklärung. "Wir müssen bereits in den Schulen ansetzen und jungen Mädchen vermitteln, dass eine eigenständige Finanzplanung für ihr Leben unverzichtbar ist."

Finanzberatung für Frauen ist ein wesentlicher Baustein zur Verwirklichung des Ziels, allen Frauen ein ökonomisch unabhängiges Leben zu ermöglichen. Der Aufgabenbereich der Finanzberatung sollte dabei weit gefasst werden: "Der Einsatzbereich ist groß. Von der Hilfe beim Ausfüllen der ArbeitnehmerInnenveranlagung bis zur Planung einer existenzsichernden Pension sollte alles darunter fallen", erläutert Aslan. Um den Frauen den Zugang zu unabhängigen ExpertInnen zu erleichtern, fordert die Frauensprecherin eine bundesweite Info-Helpline, die auch anonym Beratung ermöglicht.

Wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung durch die Frauenministerin hervorgeht, bieten die Frauenservicestellen in Österreich zwar auch Finanzberatung an, doch der Bedarf übersteigt vielerorts die vorhandene Infrastruktur. "Es braucht zusätzliche budgetäre Mittel, um diese Beratungsschiene auszubauen und sie auch bei Frauen bekannt zu machen", so Aslan.

"Niederschwellige und nicht-kommerzielle Finanzberatung würde vielen Frauen Entscheidungen, die sie aus Unwissenheit getroffen haben, ersparen. Und sie würde Frauen darin bestärken, Schritte für eine bessere Absicherung im Alter zu treffen. Wenn wir das finanzielle Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern tatsächlich bekämpfen wollen, müssen wir also auch im Bereich der Finanzberatung ansetzen", sagt Aslan.

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