Österreichischer Tierschutzverein fordert Kennzeichnungspflicht für „Martini-Gansl“

EINLADUNG zur Aufklärungsaktion "Stoppt das Stopfen" am 6. November 2015 am Wiener Stephansplatz (13-16 Uhr)

Wien (OTS) - Video zur Infokampagne über die Hintergründe der Gänsemast aus dem Jahr 2014: http://bit.ly/1MhTKs0

Das Martinigansl-Essen - eine (leider) zunehmend beliebte Tradition. Doch über 80 % der in Österreich verzehrten Gänse erfüllen die vom Gesetzgeber geforderten Qualitätsstandards nicht. Aufgrund einer Gesetzeslücke sind dem Import (vorwiegend aus Frankreich, Ungarn, Polen etc.) für Gastronomie und Handel Tür und Tor geöffnet. Somit konsumieren die meisten ÖsterreicherInnen Fleisch, dessen Produktion im Inland höchst illegal wäre!

Der Österreichische Tierschutzverein ruft daher auf: Eine Kennzeichnung hinsichtlich Herkunft und Haltungsart soll verpflichtend für Gastronomie und Handel eingeführt werden! Um darauf aufmerksam zu machen, wird am 6. November 2015 (13-16 Uhr) am Wiener Stephansplatz mit Unterstützung der Kreativ-Agentur Springer & Jacoby eine plakative Aufklärungsaktion gegen Stopfgänsehaltung und die tierquälerische Gänsemast durchgeführt. Gänse aus Pappmaché, die kopfüber auf Straßenpoller gesteckt werden, verdeutlichten das grausame Stopfen mit Metallrohren. Dazu wird das Gespräch mit interessierten Passanten gesucht und Info-Flyer verteilt.

"Mastgänse werden meist in körperenge Käfige gesperrt, denn Bewegung bremst das Leberwachstum. Dann wird den armen Kreaturen über 21 Tage bis zu drei Mal täglich ein langes Metallrohr in den Hals gerammt und dabei rund ein Kilo Maisbrei in den Magen gepumpt. Halsverletzungen, Knochenbrüche und andere Qualen nimmt man für die billige Fleischproduktion bewusst in Kauf", ist Susanne Hemetsberger, Geschäftsführerin des Österreichischen Tierschutzvereins, entsetzt.

Was kann der Konsument gegen tierquälerische Gänsemast tun?

Komplett auf Gänsefleisch zu verzichten ist der sicherste Weg, Tierleid zu minimieren. Wer aber dennoch Gans am Speiseplan haben möchte, dem sei geraten, genau auf die Herkunft zu achten.

Biofleisch von Weidegänsen oder Tieren aus Freilandhaltung wird überwiegend im Ganzen verkauft. Das kann man als verlässliches Qualitätsmerkmal werten. Gänseteile (Brust oder Keule) aus dem Supermarkt stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Mastgänsen. Sie sind sozusagen "Abfallprodukte" bei der Produktion der Stopfleber und werden ebenso "wirtschaftlich verwertet".

Weidegansbetriebe in Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, dem Mostviertel, der Steiermark und dem Burgenland bilden die Ausnahme:
Sie beliefern ausgewählte Gastronomen (aufgelistet unter www.weidegans.at) und Feinkostläden wie Radatz, Gourmet Express und Sonnberg Bioläden. "In Eisenberg an der Pinka beispielsweise leben 1.500 glückliche Gänse - jede einzelne auf 100 m2 Weidefläche - bis zu ihrem Ende am hauseigenen Schlachthof", weiß Ing. Max Gala von der Vereinigung Österreichische Weidegans. "Damit sollte der Konsument beim Verzehr seines Gänsebratens auch besser leben können."

Und noch ein Vorschlag des Österreichischen Tierschutzvereins: Fragen Sie im Restaurant nach der Herkunft des Gänsefleischs. Wenn der Wirt offen erklärt, woher die Gans auf Ihrem Teller stammt, können Sie beruhigt speisen. Ansonsten verzichten Sie besser auf den zweifelhaften Genuss und fordern ihn auf, keine Stopfgans mehr anzubieten.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Tierschutzverein
Mag (FH) Katharina Santner
Tel: 0662/ 84 32 55
E-Mail: santner@tierschutzverein.at

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