Papst will dezentrale Lösungen im Umgang mit Ehe und Familie

Franziskus an Synodenteilnehmer: Wichtigste Aufgabe ist es nicht zu verurteilen, sondern Barmherzigkeit Gottes zu verkünden

Vatikanstadt (KAP) - Papst Franziskus hat zum Abschluss der Bischofssynode dezentrale Lösungen im Umgang mit Ehe und Familie gefordert. "Jedes allgemeine Prinzip muss in die jeweilige Kultur übertragen werden, wenn es eingehalten und angewendet werden soll", sagte er am Samstag vor den Teilnehmern der Synode. Die Synode habe gezeigt, dass etwas, das dem Bischof eines Kontinents normal erscheine, für den Bischof eines anderen Kontinents als "Skandal" gelten könne.

Franziskus betonte zugleich, dass es hierbei nicht um eine Änderung der kirchlichen Lehre gehe. Die "Inkulturierung" des Glaubens schwäche nicht dessen Werte, sondern zeige ihre Stärke und mache sie authentisch. Die Kirche müsse stets eine humane und barmherzige Haltung gegenüber den Menschen zeigen, sagte der Papst vor den rund 270 Synodenvätern, die laut einem Vatikansprecher die Rede mit "standing ovations" quittierten.

Die Synode, so der Papst weiter, habe gezeigt, "dass die wahren Verteidiger der Lehre nicht diejenigen sind, die den Buchstaben verteidigen, sondern den Geist, nicht die Idee, sondern den Menschen, nicht die Formeln, sondern die unentgeltliche Liebe Gottes und seiner Vergebung". Oft verstecke sich die Verschlossenheit der Herzen hinter der Lehre der Kirche. Wichtigste Aufgabe der Kirche sei es jedoch nicht zu verurteilen, sondern die Barmherzigkeit Gottes zu verkünden, zur Umkehr aufzurufen und die Menschen zum Heil zu führen.

Die Synode habe versucht, die Horizonte zu öffnen und geschlossene Perspektiven zu vermeiden, um "die Freiheit der Kinder Gottes zu verteidigen" und die Schönheit der christlichen Botschaft besser zu vermitteln, so der Papst. Allerdings werde diese Botschaft manchmal "vom Rost einer archaischen, oder schlichtweg unverständlichen Sprache verdeckt".

Die Familie steht Franziskus zufolge heute in einer historischen Phase der Entmutigung und der sozialen, wirtschaftlichen und moralischen Krise. Dagegen müsse die Kirche den Wert und die Schönheit von Familien, gegründet auf die unauflösliche Ehe zwischen Mann und Frau, hervorheben. Denn sie seien die fundamentale Basis der ganzen Gesellschaft und des Lebens der Menschheit.

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