Neues Volksblatt: "Wer Hass sät ..." von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 19. Oktober 2015

Linz (OTS) - Mit der als zu offen empfundenen Flüchtlingspolitik im Land unzufrieden zu sein ist eine Sache. Deshalb die Kölner Bürgermeister-Kandidatin niederzustechen, das hat mit politischer Artikulation aber schon gar nichts mehr zu tun. Ebenso wenig darf es akzeptierter Teil des politischen Diskurses sein, wenn bei einer Pegida-Demonstration ein Modell eines Galgens mit den Namen von Politikern aufgestellt wird. Auch das ist wie berichtet geschehen, inklusive anonymer Morddrohungen gegen den ermittelnden Staatsanwalt. Schuld daran ist nur mittelbar die Asylproblematik. Die Wahrheit ist:
Auch wenn rechtsextreme Politiker im Fall von Anschlägen oder Ähnlichem stets mit unschuldigem Dackelblick betonen, solche Taten natürlich zu verurteilen: Sie tragen die Schuld an einem derart aufgeheizten Klima, in dem labile Persönlichkeiten zum Messer greifen. Denn natürlich verfehlen die hasserfüllte Diktion, das martialische Herumgeschreie an Rednerpulten und die Forderung nach vordergründig einfachen Lösungen ihre Wirkung bei manchen Menschen nicht. Wenn Politiker radikale Diktion nicht meiden, wenn sie Angst schüren, Menschen aufstacheln, dann hat all das Auswirkungen auf das Klima in einem Land. Wer schon einmal gehört hat, was bei Pegida-Aufmärschen so ins Mikro gebrüllt wird, kann das nachvollziehen. Wer Hass sät, wird Gewalt ernten. Das gilt vor allem auch für die Politik.

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