Mückstein: Meldepflicht für Krankenhausinfektionen

Grüne Anträge als Basis für Verbesserungen in Spitälern erfolgreich

Wien (OTS) - Derzeit sterben in Österreich ca. 6.000 PatientInnen jährlich an Infektionen, die sie sich in Krankenanstalten geholt haben. Laut Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sind ca. 20 bis 30 Prozent aller Krankenhausinfektionen durch Einhaltung bestehender Hygieneempfehlungen und der Etablierung von Kontrollprogrammen vermeidbar. Grund genug für die Grünen einen entsprechenden Gesetzesantrag im Nationalrat einzubringen. Gesundheitssprecherin Eva Mückstein freut sich, dass auf Basis dieses Antrags - zu Meldung und Veröffentlichung von im Krankenhaus erworbenen Infektionen - ein Allparteienantrag erreicht werden konnte.
So sollen die Erfassungs- und Meldesysteme über in Krankenanstalten erworbene Infektionen, insbesondere im Hinblick auf eine transparente und verbesserte Datenlage weiterentwickelt werden. Eine verpflichtende Umsetzung der vorliegenden Hygienestandards soll geprüft werden.

"Ich freue mich über den gemeinsamen Antrag. Leider wurde unserer Vorlage nicht vollständig Rechnung getragen: Ein Meldesystem für alle Krankenanstalten sollte verpflichtend sein, das fehlt. Denn derzeit beteiligen sich nur 11 von rund 200 Krankenanstalten freiwillig am bestehenden Melde- und Überwachungssystem, wodurch das Problem verschleiert wird", sagt die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein.

Auch zu einem verwandten Bereich konnte ein gemeinsamer Antrag erreicht werden. Darin wird die Gesundheitsministerin aufgefordert, Maßnahmen zur Erhebung des Antibiotikaverbrauchs in Krankenanstalten zu erarbeiten und die Weiterentwicklung der Grundlagen für Qualitätsstandards zum Umgang mit Antibiotika in Auftrag geben. "Wichtig wäre aus meiner Sicht eine rasche Entwicklung von Bundes-Leitlinien für den therapeutischen Einsatz von Antibiotika und ein ausreichendes Angebot von Schulungen für ärztliches Personal zur Differenzierung von bakteriellen und viralen Infektionen. Es gibt mit dem CRP-Test ein sehr gutes Diagnosemittel, dieses sollte von den Krankenkassen finanziert werden," fordert Mückstein.

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