Jagdstatistik beweist: fast alle Fasane in Österreich aus Fasanerien

Abschüsse in NÖ und OÖ in einem Jahr verdoppelt, im Burgenland und der Steiermark gleichzeitig zurück gegangen; 90% der Rebhuhnabschüsse im Burgenland

Wien (OTS) - Die meisten geschossenen Tiere beim Federwild in Österreich stammen aus Zuchtvolieren. Diese Schlussfolgerung zwingt uns die gerade veröffentlichte Statistik des Jagdjahres 2014/15 auf. Sind in Niederösterreich im Vorjahr noch 15.000 und in Oberösterreich 7.000 Fasane geschossen worden, so stieg diese Zahl heuer auf das Doppelte an: 27.000 in Niederösterreich und 15.000 in Oberösterreich. Dass dieser starke Zuwachs nicht auf günstige Wetterverhältnisse oder dergleichen zurückzuführen ist, beweisen die Zahlen aus anderen Bundesländern. Im Burgenland gingen in derselben Zeit die Abschüsse von 20.000 auf 18.000 zurück, in der Steiermark von 9.000 auf 8.000. Die dramatischen Zuwächse in NÖ und OÖ können also nur durch die Entscheidung einzelner GroßgrundbesitzerInnen zustande gekommen sein, heuer wieder einmal mehr Fasane als lebende Zielscheiben aus dem Ausland zuzukaufen.

Die Statistik zu Rebhuhnabschüssen zeigt, dass 90 % davon im Burgenland durchgeführt werden. Dort befinden sich große Volieren bei Mensdorff-Pouilly in Luising oder in Halbturn. Vermutlich ist der Rückgang um 30 % auch hier durch die Entscheidung einzelner GroßgrundbesitzerInnen bestimmt. Und der Abschuss bei Stockenten ging ebenso im letzten Jahr um 16 % zurück, während er bei den anderen Vogelarten auf vergleichsweise niedrigem Niveau gleich blieb. Daraus lässt sich wiederum auf einen hohen Anteil an Zuchttieren bei den Entenabschüssen rückschließen.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: "Die wenigsten JägerInnen schießen auf Zuchttieren, doch einzelne Personen mit großem Grundbesitz betreiben diese Jagdart im großen Stil und sind statistisch gesehen dadurch für die weitaus meisten Abschüsse verantwortlich. Leider haben dieselben Personen auch entsprechend großen Einfluss auf die Politik, sonst lässt sich nicht erklären, warum diesem Treiben so lange tatenlos zugeschaut wurde. Wir fordern jetzt Nägel mit Köpfen zu machen, und die Jagd auf gezüchtete Tiere endgültig bundesweit zu verbieten."

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