Der Kleidungscheck im „ORF III Themenmontag“ mit u. a. „Schick, aber schädlich“ und „Die wahren ‚Fashion Victims‘“

Außerdem: Michael Kerblers „Zeit.Gespräch“ mit Benediktiner David Steindl-Rast

Wien (OTS) - Allein in den vergangenen zehn Jahren ist unsere Kleidung im Durchschnitt um 13 Prozent günstiger geworden - eine Marktentwicklung, die Großketten und Billighersteller enorme Profite erzielen lässt. Der "ORF III Themenmontag" geht am 12. Oktober 2015 in vier Dokumentationen der Frage nach, wer den wahren Preis für unsere Mode bezahlt.

Als österreichische TV-Premiere zeigt der Film "Schick, aber schädlich: Gift in unserer Kleidung" (20.15 Uhr), wie der Großteil aller bei uns erhältlicher Textilien mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet ist. Die Ursachen liegen u. a. am globalen Handel und dem enormen Preisdruck. Die Dokumentation aus dem Jahr 2010 ist den Spuren der Gifte gefolgt, etwa dem Antischimmelmittel DMF, das zu Verätzungen der Haut führen kann. Selbst Biotextilware ist oft mit giftigen chemischen Farben hergestellt - tatsächlich geht nur ein Prozent unserer Mode als unbelastet durch.
Modisch angezogen für wenig Geld - mit dieser Philosophie wurde der schwedische Konzern H&M die zweitgrößte Bekleidungsmarke weltweit. "Der H&M-Check" (21.05 Uhr) aus dem Jahr 2012 - ebenfalls eine österreichische Erstausstrahlung - überprüft die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern, lässt Textilien auf Schadstoffe und Haltbarkeit untersuchen und verzichtet in einem Modetest auf die Etiketten: Denn wie schick sind die Jeans und Shirts noch, wenn sie als No-Name-Ware daherkommen?
"Dubiose Machenschaften: Giftige Marken" (21.55 Uhr) fühlt im Anschluss den ausbeuterischen Betriebsmodellen hinter den großen Kleidermarken auf den Zahn. Firmen wie Lindex, Besitzer der Modekette Zara, haben ihre Produktion nach Indien verlagert, wo zahlreiche Subunternehmer an keine Vereinbarungen gebunden sind und Kinder- und Arbeiterausbeutung sowie gefährliche Arbeitsbedingungen die Regel sind. Gezeigt wird u. a., wie die Filmemacher den Präsidenten von Inditex mit ihren Forschungsergebnissen konfrontieren.
Genau dort setzt auch die als deutschsprachige Erstausstrahlung gezeigte Dokumentation "Die wahren ,Fashion Victims‘" (22.50 Uhr) aus dem Jahr 2014 an. Denn den Preis unserer billigen Kleidung zahlen Arbeiterinnen wie Labony: Sie arbeitete in der berüchtigten Rana Plaza Fabrik in Bangladesch, die 2013 einstürzte. Da ihr Arm eingeklemmt war, musste er amputiert werden, um sie aus den Trümmern zu befreien. 16 bis 22 Dollar verdient eine Näherin im Monat. Allein eines der vielen Shirts, die sie näht, kostet im Geschäft 60 Dollar. Die Gewinnspanne geht an die Moderiesen. Durch raffinierte Subvergaben nützen die Konzerne die ausbeuterischen Zustände in Bangladesch, ohne irgendeine Haftung für die verheerenden Sicherheitsstandards übernehmen zu müssen.

Noch vor dem "ORF III Themenmontag" begrüßt ORF-III-Moderatorin Ani Gülgün-Mayr den jungen österreichischen Rapper Gerard in "Kultur Heute" und spricht mit ihm über sein neues Album "Neue Welt" sowie seine Tour durch Österreich, Deutschland und Schweiz, die am 15. Oktober in Graz startet.

Im Anschluss an den "ORF III Themenmontag" geht es dann um Ressourcenverschwendung, Umweltzerstörung und Armutsbekämpfung, wenn sich Michael Kerbler im Rahmen der ORF-III-Reihe "Zeit.Gespräche" (23.35 Uhr) mit David Steindl-Rast unterhält. Dieser ortet ein wachsendes Bedürfnis nach Spiritualität - sowohl in Europa, als auch in den USA -, wo Steindl-Rast seit mehr als 60 Jahren als Benediktinermönch lebt. Sinnsuchende trifft der in Wien geborene Geistliche verstärkt in der Gruppe jener jungen Wirtschaftsmanager, die merken, dass die Grenzen des Wachstums erreicht sind. Auch Papst Franziskus spart in seiner jüngsten Enzyklika nicht mit Kritik an der Zerstörung der Umwelt, die er mit der Kritik an sozialem Unrecht, das sich in der Welt ausbreitet, ursächlich verbunden sieht. Seine Botschaft lautet: Die Bewahrung des Planeten muss stets zusammen mit der Bekämpfung von Armut gedacht werden. Gemeinsam mit Michael Kerbler analysiert David Steindl-Rast mögliche Wege, wie sich das dringend nötige Umdenken gesellschaftlich durchsetzen könnte.

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