Schmidt/Mitterlehner: Der Weg in die Politik ist für Frauen immer noch steinig

Frauenakademie der SPÖ NÖ startete den sechsten Lehrgang

St. Pölten (OTS) - Frauen stellen rund 52 Prozent der WählerInnen, doch nach wie vor sind sie im Nationalrat, im Landtag und in politischen Gremien stark unterrepräsentiert - die niederösterreichischen SozialdemokratInnen wollen das ändern. Die SPÖ NÖ hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich den Frauenanteil im Landtagsklub erhöht, derzeit liegt dieser bei knapp über 46 Prozent. Aber auch in den Gemeinderäten soll es zukünftig mehr Frauen geben.

"Wir wollen Frauen in der Politik fördern und gemeinsam mit Landesparteivorsitzendem Mag. Matthias Stadler ist es uns gelungen, mit der Frauenakademie einen Lehrgang anzubieten, mit dem wir durch die Qualifizierung und Weiterbildung von Frauen aktive Personalpolitik betreiben. Wir brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen und die Politik der SPÖ NÖ mitgestalten wollen", sagte SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende Elvira Schmidt beim Start des sechsten Lehrganges der Frauenakademie gestern Nachmittag in Pressbaum.

Die Frauenakademie besteht aus acht Modulen, neben einer fachlichen Ausbildung erhalten die Teilnehmerinnen, die aus allen Bezirken Niederösterreichs kommen, im persönlichen Austausch mit PolitikerInnen auf Landes- und Bundesebene Einblick in die politische Arbeit. "Die SPÖ NÖ Frauen befürworten eine Frauenquote in der Politik - auf gesellschaftliche Veränderung zu warten, würde zu lange dauern", so Landesfrauengeschäftsführerin und Lehrgangsleiterin Annemarie Mitterlehner: "Politik ist ein spannendes, aber hartes Geschäft, das vor allem zeitlich viel Aufwand fordert. Da beginnen die Schwierigkeiten ganz unten, beim Engagement in der Gemeinde. Da ist es für Männer viel einfacher, abends zur Parteisitzung zu gehen, weil trotz Verbesserungen nach wie vor die Frauen die Hauptlast in Sachen Haushalt und Familie tragen."

Nicht unerheblich sei auch ein anderer Aspekt, sagte Mitterlehner:
"Entscheidet sich eine Frau trotz kleiner Kinder für eine Spitzenposition, muss sie sich dafür rechtfertigen. Mir ist nicht bekannt, dass je ein Mann gefragt wurde, wie er die Betreuung seiner Kinder organisiert." Sie wies darauf hin, dass in skandinavischen Ländern Politik in ausgewogenem Anteil von Frauen und Männern organisiert wird: "Bei uns ist das Gesellschaftsbild noch viel konservativer, während in Skandinavien politisches Engagement von Frauen und deren Vorrücken an die politische Spitze viel selbstverständlicher ist."

Die SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende sagte, Frauen würden Qualifikationen einbringen, die Männer nicht hätten: "Es geht auch um eine Vorbildrolle und viele Frauen haben in der Politik das Gefühl, dass sie rasch an eine gläserne Decke stoßen. Deshalb ist das Angebot der SPÖ NÖ Frauenakademie so wichtig - wir wollen damit Frauen an der Schwelle zum Gemeinderat oder im Gemeinderat den Rücken stärken. Zudem soll durch die Vernetzung unter den Frauen - auch aus den bereits absolvierten Lehrgängen - ein Gegenpol zu den Männerseilschaften entstehen."

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