Neues Volksblatt: "Kein Argument" von Markus EBERT

Ausgabe vom 10. Oktober 2015

Linz (OTS) - Wenn Heinz-Christian Strache morgen sein Ziel, die FPÖ zur stärksten Partei in Wien zu machen und Bürgermeister der Bundeshauptstadt zu werden, nicht erreicht, ist es für ihn trotzdem keine Niederlage. Erstens muss er dann nicht unter Beweis stellen, ob er überhaupt politische Verantwortung tragen kann; zweitens aber wird er trotzdem vollmundig den nächsten Führungsanspruch stellen -nämlich den als Kanzler. Dass er als blauer Parlamentsklubobmann mit rund 14.500 Euro kaum weniger verdient als der Bürgermeister, mag ihm die Wahlniederlage noch versüßen. Klar ist: Strache ist gefühlter Wahlsieger, egal, was herauskommt.
Apropos herauskommen: Dass das Wiener Wahlergebnis Wellen schlagen wird, liegt auf der Hand. Wobei diese Wellen an der Stadtgrenze nicht Halt machen werden, dafür ist das internationale Interesse am "Ösi-Rechtsruck" ebenso zu groß wie die notwendigen bundespolitischen Konsequenzen. Wobei eines auch klar sein muss: Allzu viel Zeit kann die Regierung mit Wunden lecken und Nabelschau nicht verstreichen lassen, wenn sie in den Augen der Bürger wieder mehr Ansehen gewinnen will. Wohin die koalitionäre Reise geht, wird man wohl schon am Mittwoch aus der Budgetrede des Finanzministers ablesen können. Das Schielen auf Wahltermine jedenfalls ist bis auf Weiteres kein Argument um, statt in die Hände zu spucken, auf Weiterwurschteln zu setzen.

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