G7-Gipfel setzt den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen auf die globale Agenda

Wien (OTS) - - BCG entwickelt Maßnahmenpaket im Auftrag der Bundesregierung - Pharmaindustrie soll Finanzierung mittragen - Die Forschungslücke bei der Entwicklung von Antibiotika wird immer größer

Zunehmende Resistenzen gegen Antibiotika sowie ein dramatischer Verlust an Forschungskapazitäten werden immer mehr zu einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit. Weltweit sterben jährlich rund 700.000 Menschen an Infektionen mit resistenten Bakterien, mit steigender Tendenz. Gleichzeitig geben immer mehr Pharmafirmen ihre Antibiotika-Forschung auf, weil sie sich nicht mehr rentiert. Die fünf bedeutendsten Pharmahersteller meldeten 2001 noch 40 Patentfamilien an, 2014 waren es nur noch 10.

Ein Gutachten, das The Boston Consulting Group (BCG) gemeinsam mit der ÖPP Deutschland AG und der Technischen Universität Berlin im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) erstellt hat, legt nun ein Zehn-Punkteprogram zur Stärkung der Antibiotika-Forschung vor. Die Studie mit dem Titel "Breaking Through the Wall - Förderung der Antibiotika-Forschung und -Entwicklung in Wissenschaft und Industrie" wurde beim G7-Gipfel der Gesundheitsminister am 8. Oktober in Berlin vorgestellt und diskutiert. Damit setzt die deutsche Bundesregierung das Thema Antibiotika-Resistenzen auf die Haupttagungsordnung der G7.

"Wir müssen die Verfügbarkeit und Wirksamkeit von Antibiotika-Behandlungen auch für künftige Generationen sichern", sagt Heinrich Rentmeister, BCG-Partner und Leiter der Praxisgruppe Public Sector in Deutschland. "Um die entstandene Forschungslücke wieder zu schließen und um die Gefahr der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen zu bannen, ist jetzt schnelles Handeln notwendig. Einzelmaßnahmen helfen dabei nicht weiter. Wir brauchen einen umfassenden Ansatz, der alle relevanten Herausforderungen adressiert."

10 Maßnahmen zur Stärkung der Antibiotika-Forschung

Das Gutachten schlägt daher ein Paket von zehn Maßnahmen vor, mit der die Antibiotika-Forschung gestärkt werden kann: Einer der wichtigsten Punkte ist dabei eine Prämie für den Markteintritt innovativer Antibiotika. Dazu wird die Auszahlung einer Prämie für die Zulassung innovativer Antibiotika empfohlen, die einem vorher definierten Anforderungsprofil entsprechen. Diese sollte hoch genug sein (z.B. insgesamt rund 1 Milliarde Euro für ein innovatives Antibiotikum), um unabhängig vom Verkaufsvolumen für verlässliche und vorhersehbare Umsätze zu sorgen. Dadurch wird die Vermarktung innovativer Antibiotika finanziell attraktiver, was sich wiederum positiv auf Antibiotika-Forschung und -Entwicklung auswirkt.

Weitere zentrale Maßnahmen sind laut dem Gutachten: Einheitliche globale Anforderungsprofile für neue Antibiotika, die das Bedrohungsniveau von Bakterien besser einstufen. Entwicklungspartnerschaften, eine gemeinsame Datenbank und ein globales Forschungsnetzwerk sollen die Zusammenarbeit der Forscher international verbessern. Ein weltweit einheitliches Zulassungsverfahren soll Markteintrittshürden senken. Außerdem schlagen die Gutachter einen globalen Fonds zur Förderung der Grundlagenforschung vor. Eine internationale Kooperationsplattform soll zudem dafür sorgen, dass sich Regierungen, Firmen und Wissenschaftler besser austauschen und Forschungsaktivitäten koordinieren können und Maßnahmen rasch umgesetzt werden.

Pharmaindustrie soll Finanzierung mittragen

Für die Einführung der empfohlenen Ansätze sind erhebliche finanzielle Mittel erforderlich. Zusätzlich zu den von Staaten, Behörden und Spendern bereitgestellten Mitteln empfiehlt das Gutachten deshalb, die pharmazeutische Industrie an der Finanzierung zu beteiligen, unter anderem durch eine verkaufsabhängige Beteiligung. Weltweit wird der Antibiotika-Markt auf etwa 40 Milliarden Euro geschätzt. Eine verkaufsabhängige Beteiligung von bis zu 5 Prozent könnte ausreichend Mittel generieren, um die Anreize zur Belebung der Antibiotika-Forschung und -Entwicklung zu finanzieren. Auf diese Weise würden Unternehmen, die vom Verkauf von Antibiotika profitieren, zur Entwicklung neuer und innovativer Antibiotika beitragen.

"Im Jahr 1967 hieß es noch, die Medizin könne das Kapitel Infektionskrankheiten schließen. Heute wissen wir, dass dies eine dramatische Fehleinschätzung war", sagt Rentmeister. "Die von uns empfohlenen Maßnahmen können wesentlich dazu beitragen, den Kampf gegen die wachsende Antibiotika-Resistenz zu gewinnen."

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen, Wachs-tumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet, ist heute an 82 Standorten in 46 Ländern vertreten und befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. Für weitere Informationen: www.bcg.at.
In ihrem Internetportal bcgperspectives.com bündelt The Boston Consulting Group alle unternehmenseigenen Studien, Kommentare, Grafiken und Videos und stellt sie online zur Verfügung. Neben Publikationen zu aktuellen Wirt¬schafts- und Unternehmensthemen beinhaltet die Plattform auch Veröffent¬lichungen aus der rund 50-jährigen Unternehmensgeschichte. Das Onlineportal findet sich unter www.bcgperspectives.com

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