Grüne zu Equal Pay Day: Anstrengungen gegen Lohndiskriminierung nicht ausreichend

Aslan: Einkommensberichte schnellstens nachschärfen, sonst müssen wir den Equal Pay Day noch in 40 Jahren begehen

Wien (OTS) - "Der Equal Pay Day gehört zu den unerfreulichen Gewissheiten im Herbst. Dieses Jahr haben wir den Equal Pay Day am 11. Oktober erreicht: ab diesem Datum arbeiten Frauen gratis, weil ihr Brutto-Lohn für dieses Jahr bereits aufgebraucht ist", sagt die Frauensprecherin der Grünen, Berivan Aslan.

Die Berechnung des jährlichen Equal-Pay Days basiert auf den Brutto-Bezügen der Vollbeschäftigten in Österreich. Nach diesem Maß liegt das Einkommensgefälle zwischen Männern und Frauen bei 22 Prozent.
"Wir wissen, dass ein Teil dieser Gehaltsunterschiede auf die Ausbildung, das Alter und das Berufsfeld der Beschäftigten zurückzuführen sind. Doch es bleibt immer noch ein großer Teil an Gehaltsunterschieden, der nicht erklärbar ist", hält Aslan fest.

Um die Entgeltdiskriminierung wirksamer zu bekämpfen, fordern die Grünen seit langem eine effektivere Umsetzung der Einkommensberichte, die 2011 zu genau diesem Zweck eingeführt wurden. "Wir brauchen stärkere formale Vorgaben für die Berichte, mehr Unterstützung für die BetriebsrätInnen aber auch die Sicherheit, dass die Betriebe mit der Erkenntnis ihrer Zahlen etwas anfangen. Die Betriebe müssen Aktionspläne entwerfen, um die Einkommensscheren in ihren Betrieben auch tatsächlich anzugehen", meint die Grüne Frauensprecherin.

Zudem sei es unerlässlich, die Berichtspflicht für Unternehmen auszuweiten. "Derzeit erstellen nur Betriebe ab 150 MitarbeiterInnen die Berichte. Bei diesem Maß werden aber nur 45 Prozent der österreichischen ArbeitnehmerInnen erfasst. Deshalb ist es wichtig, dass alle Betriebe ab 25 MitarbeiterInnen in diese Maßnahme integriert werden. Wenn es einfache und einheitliche Formvorlagen dafür gibt, ist diese Aufgabe auch für kleine Unternehmen zu bewältigen."
Im Jahr 2014 wurde der Equal Pay Day am 10. Oktober begangen. In den Jahren davor noch zwei Tage früher. "Wenn der Fortschritt so langsam weitergeht, dann müssen wir den Equal Pay Day in 40 Jahren immer noch begehen. Also hopp", fordert Aslan.

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