GPA-djp bekämpft unrechtmäßige Entlassung eines Betriebsrats bei Zielpunkt

Geschäftsführung verzögert Sozialplan wegen Schließung der Zentrale in Wien

Wien, Traun (OTS) - Mit der empörenden Vorgangsweise der Geschäftsführung von Zielpunkt ist die GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) konfrontiert: Weil der geschäftsführende Betriebsratsvorsitzende des Unternehmens, das massiv Personal abbaut, mit der Forderung nach einem Sozialplan für die betroffenen Beschäftigten nicht lockerließ und sich sehr kritisch zur Schließung der Zentrale in Wien äußerte, wurde er fristlos entlassen.

Betriebsrat Gerd H. ist seit 15 Jahren bei Zielpunkt beschäftigt. Mit den Auswirkungen des Personalabbaus ist der Betriebsrat von Zielpunkt bereits seit der 2013 abgeschlossenen Übernahme durch die Pfeiffer-Gruppe immer wieder konfrontiert. Im Gegensatz zu früheren Sozialplänen, die konstruktiv verhandelt und umgesetzt wurden, sind die aktuellen Verhandlungen für die rund 150 von Kündigung bedrohten Angestellten der Zielpunkt-Zentrale in Wien ins Stocken geraten. "Trotz ursprünglicher Zusagen der Geschäftsführung wurden Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft viele Wochen lang verschleppt, sodass bis heute kein Sozialplan abgeschlossen werden konnte", ärgert sich Barbara Teiber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp Wien. Außerdem habe die Geschäftsführung die schon seit Monaten kolportierte Schließung der Zielpunkt-Zentrale in Wien lange nicht bestätigt, ergänzt Gerd H., warum er aus allen Wolken gefallen sei, als ihm vor zwei Wochen mitgeteilt wurde, dass die Personalverrechnung in Wien nun komplett geschlossen wird. Eine Tatsache, die der Betriebsrat mit der Bemerkung quittierte, dass das einem beruflichen Genozid gleichkommen würde.

Am 5. Oktober wurde Gerd H. in die Unternehmenszentrale der Zielpunkt-Mutter Pfeiffer nach Traun zitiert, wo ihm mit der Begründung, man habe kein Vertrauen mehr in ihn, die fristlose Entlassung mitgeteilt wurde. "Abgesehen davon, dass das arbeitsrechtlich ein No-Go ist, da man fristlose Entlassungen mit wenigen Ausnahmen, die hier keinesfalls zutreffen, nur unmittelbar nach dem angeblichen Verstoß aussprechen kann, befremdet uns diese Vorgangsweise. Ein Betriebsrat, der sich für die Rechte der Beschäftigten einsetzt, soll hier unter fadenscheinigen Gründen entfernt werden. Dagegen werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln vorgehen", erklärt Teiber. "Wir sind überzeugt, dass sich Gerd H. auch weiter für die Interessen der Angestellten einsetzen kann und die Entlassung zurückgenommen werden muss. In Sachen Sozialplan werden wir sicher nicht lockerlassen. Das Unternehmen wäre gut beraten, nicht immer nur von guter Zusammenarbeit zu sprechen, sondern sich endlich mit Betriebsrat und GPA-djp an den Verhandlungstisch zu setzen."

Rückfragen & Kontakt:

Litsa Kalaitzis
Gewerkschaft der Privatangestellten,
Druck, Journalismus, Papier
Tel.: 05 0301-21553
Mobil.: +43 676 817 111 553
Email: litsa.kalaitzis@gpa-djp.at
Internet: www.gpa-djp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002