Herbst: Risikozeit für Wildunfälle

Wien (OTS) - Acht Wildunfälle pro Stunde ereignen sich durchschnittlich in Österreich. Schlechte Fahrverhältnisse erhöhen die Unfallgefahr besonders in der Herbstzeit. Angepasste Geschwindigkeit und ein vergrößerter Sicherheitsabstand können das Risiko eines Unfalls mit Tieren deutlich verringern, so die Experten des österreichischen Versicherungsverbandes VVO, des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien. 338 Menschen wurden im Jahr 2014 bei Verkehrsunfällen mit Wildtieren (schwer) verletzt und zwei Menschen starben.

Mehr als 70.000 Wildtiere kommen jährlich auf Österreichs Straßen durch Verkehrsunfälle zu Tode. Auch wenn der größte Teil der Wildunfälle auf der Straße zumindest für die Autofahrer glimpflich ausgeht, werden immer noch hunderte Verkehrsteilnehmer jährlich dabei verletzt. "Im Jahr 2014 wurden in Österreich 338 Personen bei Verkehrsunfällen mit Wildtieren zum Teil schwer verletzt. Zwei Personen starben an den Folgen des Unfalls. Die Zahl der Unfälle ohne Personenschaden ist in Österreich enorm. 72.081 Wildtiere kamen in der letzten Saison 2013/2014 auf Österreichs Straßen zu Tode, d. h. man kann davon ausgehen, dass sich mindestens acht Wildunfälle im Straßenverkehr stündlich in Österreich ereignen, bei welchen das Tier verendet", erklärt Erich Leiß, Vorstandsdirektor Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group, Sprecher der Kfz-Sektion im VVO. "Die meisten Wildunfälle ereignen sich in Niederösterreich, gefolgt von der Steiermark und Oberösterreich. Gerade im Herbst sind Wildtiere immer wieder Auslöser für schwere Unfälle. Mit einer bewussten Fahrweise, angepasster Geschwindigkeit und Beobachtung des Straßenraums lassen sich Wildunfälle vermeiden oder zumindest in den Unfallauswirkungen reduzieren", so Leiß.

Geschwindigkeit anpassen!

Analysen des KFV zeigen, dass Wildunfälle durchaus ein schwerwiegendes Problem der Verkehrssicherheit sind. Ein Unfall kann unabhängig von Erfahrung und Fahrkönnen jeden Kraftfahrer treffen. "Die meisten Unfälle ereignen sich zwischen 20 und 22 Uhr abends oder in der Morgendämmerung, wenn die Tiere am aktivsten sind", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) die Ergebnisse der Detailauswertungen des KFV. "Dennoch ist die Zeit zwischen ein und vier Uhr früh angesichts der geringen Verkehrsstärken ziemlich gefährlich. Wildunfälle passieren die ganze Woche über. Über das Jahr verteilt gibt es im mehrjährigen Durchschnitt immer wieder Spitzen bei den Wildunfällen, die Abweichungen zwischen den Monaten sind aber relativ gering. Vorsicht ist also das ganze Jahr über geboten. Bei 52 Prozent aller Wildunfälle erfolgt eine Kollision mit einem Reh, bei 0,7 Prozent mit einem Schwarzwild", so Thann.

Oftmals wird die Gefahr, die von Wildunfällen ausgeht, stark unterschätzt: Die gewaltigen Kräfte, die frei werden, wenn Mensch (Auto) und Tier zusammentreffen, werden meist massiv unterschätzt. "Trifft man mit 50 km/h auf ein 80 kg schweres Wildschwein, wirkt ein Aufprallgewicht von 2 Tonnen auf Fahrzeug und Fahrer!", so Thann.

Richtige Reaktion ist entscheidend!

Springt ein Tier auf die Straße, heißt es: "Ruhe bewahren, kontrolliert bremsen, abblenden und hupen", rät Thann. Ist ein Zusammenstoß mit einem Wildtier unvermeidlich, sollte man stark bremsen und das Lenkrad gut festhalten. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr bei einem Zusammenstoß mit einem Wildtier für die Autoinsassen relativ gering. Riskante Ausweichmanöver sind zu vermeiden, sie bergen ein höheres Risiko als ein Zusammenstoß mit dem Tier.

Meldepflicht bei Unfällen mit Wildtieren

Weil Wildtiere im Herbst oft größere Distanzen von den Ruheplätzen zu den attraktiven Nahrungsstellen zurücklegen, kommt es zu vermehrten Straßenquerungen durch Wildtiere.

"Wildtiere folgen meist ihren gewohnten Routen zu Äsungsplätzen. Die Tiere nehmen instinktiv den kürzesten Weg zu ihrem Ziel und unterscheiden nicht, ob sie Straßen oder Feldwege queren", erklärt Dr. Peter Lebersorger, Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände. "Umso wichtiger ist es daher, Wildwarnschilder auch ernst zu nehmen, die Geschwindigkeit zu reduzieren und die Aufmerksamkeit zu erhöhen, denn Wildtiere sind nicht berechenbar".

Ist ein Unfall passiert, muss die Gefahrenstelle so schnell wie möglich abgesichert und anschließend die Exekutive verständigt werden. Wer keine Meldung vornimmt, macht sich wegen Nichtmeldens eines Sachschadens strafbar, denn nach §4 Abs. 5 der Straßenverkehrsordnung besteht bei einem Wildschaden unverzüglich Verständigungspflicht. "Noch ein wichtiger Tipp, der viel Ärger und Kosten ersparen kann: Getötetes oder verletztes Wild darf auf keinen Fall vom Fahrer mitgenommen werden, auch nicht zum Tierarzt! Auch das kann als Wild-Diebstahl gewertet und empfindlich bestraft werden", so Lebersorger abschließend.

Bilder verfügbar ab 11:30 Uhr unter:
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VVO Versicherungsverband Österreich
Mag. Dagmar Straif
Pressesprecherin
T.: 01/711 56-289
F.: 01/711 56-270
E.: dagmar.straif@vvo.at
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