MAK lädt zum Symposium "300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur"

Konferenz als Auftakt der Jubiläumsausstellung zur Wiener Porzellanmanufaktur 2018 im MAK

Wien (OTS) - Als offizieller Auftakt der Vorbereitungen zur Jubiläumsausstellung "300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur", die im Jahr 2018 im MAK gezeigt wird, veranstaltet das MAK am 15. und 16. Oktober 2015 ein Symposium. Die Tagung im MAK FORUM macht es sich zur Aufgabe, aktuelle Themen und Probleme der Porzellanforschung rund um die Wiener Porzellanmanufaktur zu identifizieren und zu präsentieren.

Das MAK bewahrt den Nachlass der 1864 geschlossenen Wiener Porzellanmanufaktur und zeigte 1904 und 1970 umfassende Ausstellungen zum Wiener Porzellan. Die dazu publizierten Kataloge gelten bis heute als Standardwerke. Von Juni bis Oktober 2018 beleuchtet eine umfangreiche Ausstellung im MAK die Geschichte der zweitältesten europäischen Porzellanmanufaktur, die nach der Vergabe des kaiserlichen Privilegiums zur Porzellanerzeugung an Claudius Innocentius Du Paquier im Mai 1718 gegründet wurde.

Die Initiative zur Wiener Porzellanmanufaktur ist ein Ergebnis des Kulturtransfers zwischen Asien und Europa. Mit der Entdeckung des Geheimnisses der Porzellanerzeugung durch Johann Böttger wurde das Porzellan vom Luxusimportartikel aus China und Japan zum bevorzugten europäischen Material der gehobenen Tischkultur. Im Austausch mit anderen Porzellanmanufakturen, die nach der Gründung der Meißner Manufaktur 1708 in Mitteleuropa entstanden sind, konnte die ab 1744 als kaiserliche Manufaktur geführte Produktionsstätte in Wien europäische Bedeutung erlangen.

Die Geschichte der Wiener Porzellanmanufaktur soll dabei im Kontext der Manufakturen in Meißen, Nymphenburg, Berlin, Frankenthal, Doccia und Sèvres analysiert werden, um eine historisch-kritische Einschätzung ihrer ästhetischen Errungenschaften und ihrer Rolle als Vorbild für nachfolgende Manufakturen wie Augarten zu gewinnen.

Internationale PorzellanexpertInnen und HistorikerInnen, darunter Maureen Cassidy-Geiger (Kunsthistorikerin, Kuratorin und Dozentin, New York), Errol Manners (E & H Manners, Ceramics & Works of Art, London) und Cristina Maritano (Kuratorin für dekorative Künste, Palazzo Madama, Museo Civico d’Arte Antica, Turin), behandeln im Symposium "300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur" eine breite Themenpalette, von der Erzeugung des Wiener Porzellans bis zur Geschichte des Sammelns. Auch der Aspekt der Beziehung zu anderen Porzellanmanufakturen wird aus verschiedenen Perspektiven thematisiert.

PROGRAMM:

15. Oktober 2015

10:15 Uhr Begrüßung und Einführung: Zweck und Ziel des Symposiums Rainald Franz, Kurator "300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur" und Kustode MAK-Sammlung Glas und Keramik 10:45 Uhr Der grafische Nachlass der Wiener Manufaktur im MAK Ulrike Scholda, Kunsthistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung sowie bei Patrick Kovacs Kunsthandel, Wien 11:15 Uhr "En public" bis "en retirado": Das Tafelzeremoniell am Wiener Hof in der ersten Hälfte des 18. Jh. Michael Pölzl, FWF-Projektmitarbeiter, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Wien 11:45 Uhr Vienna, Florence and Turin: The Du Paquier manufactory and its influence on early Italian porcelain Andreina d’Agliano, Kuratorin, Porzellanexpertin und -forscherin, Turin 12:15 Uhr Mittagspause 13:30 Uhr Looking at Du Paquier-period Vienna porcelain with Meissen eyes: some thoughts on avenues of contrast and comparison Maureen Cassidy-Geiger, Kunsthistorikerin, Kuratorin und Dozentin, New York 14:00 Uhr Die Porzellanmanufaktur Du Paquier und Meißen Katharina Hantschmann, Oberkonservatorin für Keramik am Bayerischen Nationalmuseum, München 14:30 Uhr The travels of an Arcanist, Joseph Jacob Ringler Errol Manners, E & H Manners, Ceramics & Works of Art, London 15:00 Uhr Von Wien nach München: der Modelleur Josef Ponhauser und der Maler Andreas Oettner in Neudeck Alfred Ziffer, Kunsthistoriker, Vizepräsident der Gesellschaft der Keramikfreunde e. V. und Redakteur der Zeitschrift "Keramos", München 15:30 Uhr Die Preisentwicklung des Wiener Porzellans im Wiener Dorotheum von 1990-2014 Ursula Rohringer, Expertin für Glas und Porzellan im Dorotheum, Wien 16:00 Uhr Abschlussdiskussion Anschließend: Führung durch die MAK-Schausammlung mit Schwerpunkt Wiener Porzellan (MAK DESIGN LABOR, Dubsky-Zimmer, Zwettler Tafelaufsatz, Schauraum Biedermeier) mit Rainald Franz

16.10.2015

10:00 Uhr "Dem Porträt ins Gesicht geschaut": Anregung zu einer komplexen Betrachtung von kaiserlichen Büsten aus Wiener Biskuitporzellan Annette Ahrens, Expertin für Porzellan sowie historische und aktuelle Tafelkultur, Wien 10:30 Uhr Portraitbüsten aus Wiener Porzellan Stefan Schnöll, Kunsthistoriker, Wien 11:00 Uhr Die Wiener Porzellanfiguren im 18. Jh. als Zeitzeugen Elisabeth Sturm, Galerie C. Bednarczyk , Wien 11:30 Uhr Blumenakrosticha aus der Wiener Manufaktur Waltraud Neuwirth, Kunsthistorikerin, Kuratorin und Expertin für Wiener Porzellan, Wien 12:00 Uhr Das "Hülfswerk von Engelhardtszell" und dessen Folgen 1798 - 1809+ Michael Macek, Kulturmanager, Musik- und Theaterwissenschaftler sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter der MAK-Sammlung Glas und Keramik, Wien 12:30 Uhr Mittagspause 14:00 Uhr "This specimen appears to be of Venetian origin" [Dieses Beispiel scheint aus Venedig zu stammen] - Der gelehrte Sammler als Museumsdirektor: Emanuele d’Azeglio und seine Wiener Porzellane der Manufaktur Du Paquier Claudia Lehner-Jobst, Kuratorin der Glassammlung Strasser, Schloss Ambras, Innsbruck, und des Porzellanmuseums im Augarten; Autorin und Konsulentin, Wien Cristina Maritano, Kuratorin für dekorative Künste, Palazzo Madama, Museo Civico d’Arte Antica, Turin 14:30 Uhr "The inexhaustable object" - Kann das Sammeln von Wiener Porzellan neben dem sinnlichen Vergnügen heute noch gedankliche Anregung und Bereicherung sein? Philipp A. Revertera, Kurator und Sammler von Wiener Porzellan sowie Forstwirt, Scheifling (Steiermark) 15:00 Uhr Die Wiener Porzellan-Szene um 1904 - Die Porzellansammlungen in Wien im 20. Jh. als gesellschaftliches Phänomen im Lichte der Provenienzforschung Leonhard Weidinger, Historiker, Provenienzforscher am MAK im Auftrag der Kommission für Provenienzforschung und Multimedia Producer 15:30 Uhr Abschlussdiskussion, Ausblick

Mit freundlicher Unterstützung des Auktionshauses Dorotheum.

PRESSEDATEN:

Termin: Donnerstag, 15. Oktober 2015, 10:00-17:00 Uhr Freitag, 16. Oktober 2015, 10:00-16:00 Uhr Ort: MAK FORUM, MAK, Stubenring 5, 1010 Wien Anmeldung: marketing@MAK.at Wissenschaftliche Konzeption: Rainald Franz, Kustode MAK-Sammlung Glas und Keramik

Rückfragen & Kontakt:

Presse MAK
Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)
Sandra Hell-Ghignone, Veronika Träger, Lara Steinhäußer
T: +43 1 711 36-233, 229, 212, F: +43 1 711 36 22
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