Plakataktion gegen Homo- und Transphobie: Vielfalt im Schulhaus ist sichtbar

Wien (OTS) - Der Verein AUSGESPROCHEN: schwule, lesbische, bi & trans* Lehrer_Innen in Österreich präsentierte gestern die neue Plakataktion "Vielfalt im Schulhaus ist sichtbar!". 3500 Plakate mit fünf unterschiedlichen Sujets machen in 700 Wiener Schulen auf lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Lebensrealitäten aufmerksam. "Die Schule ist der Ort für unsere Kinder, wo ihre Zukunft maßgeblich mitbestimmt wird und sie mit der Gesellschaft konfrontiert werden. Leider wird aber oft die Realität von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder unterschiedlichen geschlechtlichen Identitäten ausgeblendet. Die Plakataktion macht auf sympathische und freundliche Art darauf aufmerksam, dass die Gesellschaft vielfältig ist und trägt dazu bei Vorurteile abzubauen", so die Wiener Stadträtin für Antidiskriminierung Sandra Frauenberger.

Der Obmann des Vereins AUSGESPROCHEN Markus Pusnik meint dazu:
"Wir starten die Plakatkampagne mit dem Hintergrund "Spurensuche im Schulhaus: Schwul. Lesbisch. Bi. Transident. Inter. Wie jetzt?". Unser Ziel ist es, LGBTI in der Schule sichtbar zu machen. Schulbücher, Schulfächer, erwachsene Orientierungspersonen: Sie alle erzählen von tradierten Lebensentwürfen und beziehen sich dabei entweder auf eine etablierte und reduzierte Vergangenheit oder beschwören ein normiertes familiäres Zukunftsideal. Wir wollen die Schulhäuser öffnen!"

"Das Ausblenden von gleichgeschlechtlicher Liebe und PartnerInnenschaften sowie unterschiedlicher geschlechtlicher Identitäten fördert den Nährboden für Diskriminierungen. Was nicht gezeigt und benannt wird, darüber kann mit den Kindern und Jugendlichen auch nicht gesprochen werden", so Wolfgang Wilhelm von der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt). Das zeigt auch die Studie "Queer in Wien", die von der WASt durchgeführt wurde: 30 Prozent der Lesben, Schwulen, Transgender und Intersexuellen sind in ihrer Ausbildung nicht geoutet. Grund dafür ist die Angst vor Diskriminierung, die leider nicht unberechtigt ist. 15 Prozent der TeilnehmerInnen haben sich in den letzten 12 Monaten in der Ausbildungssituation gemobbt oder diskriminiert gefühlt. Die häufigste Diskriminierungsform betrifft dabei das Klima in der Ausbildungsstätte. Am häufigsten wird die sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität durch subtile bzw. beiläufige Andeutungen schlecht gemacht.

Abschließend betont Frauenberger den Einsatz der Stadt Wien für ein Klima der Akzeptanz und des gegenseitigen Respekts an den Schulen: "Ein Klassenzimmer oder ein Hörsaal in dem "schwul" als Schimpfwort verwendet wird, muss 2015 der Vergangenheit angehören. Wir brauchen ein Klima der Akzeptanz und Vielfalt als Norm! Gemeinsam können wir erreichen, dass es nicht nur für LehrerInnen in Zukunft keine Rolle spielt, wen sie lieben, sondern auch, dass unsere Kinder auf ihren ersten Schritten in die Selbstständigkeit eine Gesellschaft kennenlernen, die vielfältig ist und auf Akzeptanz und Gleichheit aufgebaut ist."

Bildmaterial zu dieser Aussendung ist in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder/ abrufbar. (Schluss) grs

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