SWV - Matznetter: Hohe Arbeitslosigkeit bremst Wirtschaftswachstum

Mehr öffentliche Investitionen in Bildung und F&E - Entlastung des Faktors Arbeit durch Senkung der Lohnnebenkosten

Wien (OTS) - Nicht der Reformstau, sondern die Arbeitsmarktsituation bremst das Wachstum, bemerkt Christoph Matznetter, SPÖ-Wirtschaftssprecher und Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands Österreich (SWV) am Rande des heutigen "Bad Ischler Dialogs" der österreichischen Sozialpartner. "Hohe Arbeitslosigkeit verhindert Wirtschaftswachstum, kostet den Staat enorm viel, führt zu Sozialabbau und destabilisiert die Gesellschaft." Diese negativen Auswirkungen werden zunehmen, wenn man nicht schnell mit wirtschafts- und bildungspolitischen Maßnahmen reagiere. "Denn die Welt der Arbeit verändert sich", erklärt Matznetter, "Mit der Technologisierung der Produktionsformen, die ‚Industrie 4.0’ mit sich bringt, wird es immer weniger rein ‚manuelle’ Arbeit geben. Damit niemand auf der Strecke bleibt, müssen wir uns an die Arbeitsrealitäten anpassen und in die Ausbildung gut qualifizierter MitarbeiterInnen sowie Forschung- und Entwicklung investieren."

Damit der Wirtschaftsstandort Österreich wieder attraktiver wird, bedarf es nicht nur öffentlicher Investitionen, sondern einer Trendwende am Arbeitsmarkt: "Den Faktor Arbeit entlasten, um Beschäftigung und Wachstum auszulösen", so Matznetter. Um voranzutreiben, was die Steuerreform 2015/2016 bewirken wird, ist eine Senkung der Lohnnebenkosten unumgänglich. Das betont der SPÖ-Wirtschaftssprecher auch im Zusammenhang mit der bis zuletzt diskutierten 6. Urlaubswoche: "Arbeitszeitverkürzung ist ein wichtiges Mittel, um Überangebot am Arbeitsmarkt zu verteilen und Vollbeschäftigung zu erreichen - vorausgesetzt, UnternehmerInnen können sich die Arbeitsplätze auch leisten. Deshalb müssen dringend die Lohnnebenkosten verringert werden, damit Betriebe auch wieder mit mehr Begeisterung MitarbeiterInnen einstellen".

Belastende Abgaben können gesenkt werden, wenn die Kosten für Sozial-und Familienleistungen nicht rein über die Lohnsumme verrechnet werden, sondern zum Beispiel über die Wertschöpfungsabgabe, erklärt der SWV-Präsident. "Demnach würde die Finanzierung des Sozialsystems von personalintensiven Klein- und Mittelbetrieben wie im Handel und Tourismus, die derzeit die höchsten Beiträge leisten, zu kapitalintensive Betrieben mit weniger Beschäftigten hin umverteilt werden." Durch die Verbreiterung der Bemessungsgrundlage würden vor allem die "Kleinen" in der Wirtschaft entlastet.

"Dass sich die Wirtschaft so vehement, dagegen wehrt, ist mir unverständlich", so Matznetter, "Wir sind uns alle einig, dass wir eine Senkung der Lohnnebenkosten wollen, die für 99 Prozent der heimischen Betriebe existenzbedrohende Ausmaße angenommen hat, aber trotzdem wehren sich Unternehmervertreter dagegen." Matznetter schlägt daher vor, mal Ideen auf den Tisch zu legen, wie Lohnnebenkostensenkung ohne Sozialabbau aussehen könnte, statt in den Verhandlungen zu blockieren. Dies gelte auch für die ablehnende Haltung zum Bonus-Malus-Modell. "Für konstruktive Vorschläge sind wir jedenfalls offen", so Matznetter abschließend. (Schluss)

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