QGV: Erster Antibiotikabericht für österreichisches Geflügel veröffentlicht

Wien (OTS) - Die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) veröffentlichte heute den ersten Bericht zum Einsatz von Antibiotika in der österreichischen Geflügelhaltung. Der "Antibiotika Monitoring Report 2015" ist Teil eines umfassenden Programms zur Verringerung von Behandlungen mit antimikrobiellen Substanzen. Diese Bemühungen sind nachweislich wirksam: Der Antibiotikaverbrauch in der heimischen Geflügelproduktion ist in den letzten Jahren stark gesunken – seit 2011 um 44 Prozent.

Mit dem "Antibiotika Monitoring Report 2015" veröffentlichte die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) heute erstmals einen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen und Daten zum Antibiotikaeinsatz in der heimischen Geflügelhaltung. Grundlage dafür ist eine zentrale Datenbank namens "Poultry Health Data" (PHD), in der alle Impfungen und Antibiotika-Verschreibungen für Geflügel verpflichtend durch Tierärzte dokumentiert werden. Die lückenlose Dokumentation zeigt, dass Behandlungen mit Antibiotika im Bereich der Geflügelhaltung seit 2011 stark gesunken sind. "Unser Antibiotikabericht ist ein weiterer Meilenstein in unserem Bemühen um höchste Qualität, Transparenz und das Vertrauen der heimischen Konsumenten. Die Zahlen zeigen, dass die Bemühungen zur Verbesserung der Tiergesundheit erfolgreich waren", freute sich die Obfrau des QGV, Dr. Martina Glatzl. Der Report soll ab heuer jährlich aktualisiert werden.

Maßnahmen wirken: Antibiotika-Verbrauch um 44 Prozent gesunken

Lediglich rund zweieinhalb Prozent des gesamten Antibiotikaverbrauches in Österreich entfallen heute auf die Geflügelhaltung. Wurden in diesem Bereich 2011 noch 4,71 Tonnen Antibiotika pro Jahr eingesetzt, konnte der Verbrauch bis 2014 um 44 Prozent auf lediglich 2,66 Tonnen reduziert werden. Davon entfallen 1,01 Tonnen auf Truthühner, gefolgt von Masthühnern mit rund 0,90 Tonnen und etwa 0,48 Tonnen, die für die Behandlung von Legehennen eingesetzt wurden. Deutlich dahinter kommen Elterntiere mit 0,18 Tonnen und Junghennen mit 0,09 Tonnen.

Ausschlaggebend für diesen Trend sind weitreichende Investitionen der letzten Jahre. So verfügt Österreich heute über eines der dichtesten Kontrollsysteme in der Geflügelhaltung. Neben der zentralen PHD-Datenbank sorgen laufende Kontrollen, vollständige Herdendokumentationen sowie die elektronische Vernetzung von Zucht- und Mastbetrieben dafür, dass Erreger heute schneller erfasst und effektiver behandelt werden. Ist der Einsatz von Antibiotika notwendig, dürfen diese ausschließlich von einem registrierten Betreuungsarzt und nur in begründeten Fällen verschrieben werden. Präventive oder leistungsfördernde Verabreichungen sind verboten. Ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor ist der Umstand, dass die Geflügelmast in Österreich großteils in der Hand von bäuerlichen Familienbetrieben liegt, weshalb es an keinem Standort zu großen Herdenkonzentrationen kommt. "Kleinere Betriebe, in denen die eigenen Tiere von  engagierten Landwirten täglich selbst betreuen werden, bringen natürlich ein geringeres Krankheitsrisiko mit sich – was auch den Bedarf an Antibiotika-Behandlungen verringert", so Glatzl.

Antibiotikaeinsatz in Österreich auch im europäischen Vergleich niedrig

Der Vergleich mit anderen EU-Ländern zeigt, dass in Österreich im veterinärmedizinischen Bereich – sowohl in absoluten Zahlen, als auch umgelegt auf die Tierpopulation – deutlich weniger Antibiotika verbraucht werden als in anderen Ländern. In Deutschland wurden z. B. 2012 über 1.700 Tonnen Antibiotika für alle Nutztiere eingesetzt – das ist dreißig Mal mehr als in Österreich. Umgelegt auf die Tierpopulation ist der Antibiotikaverbrauch bei unseren deutschen Nachbarn acht Mal so hoch wie hierzulande. Damit weist Deutschland EU-weit den höchsten Antibiotikaeinsatz auf, dicht gefolgt von Spanien und Italien. Insgesamt ist der Antibiotikaverbrauch im Nutztierbereich dieser drei Länder höher als der aller anderen EU-Länder zusammen.

Download:

Der "Antibiotika Monitoring Report 2015" steht auf der Website der QGV zum Download zur Verfügung:

www.qgv.at

Über die QGV:

Die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) ist der bundesweite Geflügelgesundheitsdienst nach dem österreichischen Tierarzneimittelkontrollgesetz. Aufgabe der QGV ist die Qualitätssicherung in der Eier- und Geflügelproduktion, mit der eine maximale Lebensmittelsicherheit und Produktqualität zum Wohle der Konsumenten sichergestellt werden soll.

Die von der QGV geführte zentrale Datenbank ("Poultry Health Data") ist ein integrativer Bestandteil aller Qualitätssicherungs- und Kontrollprogramme und bildet die Grundlage für die erforderlichen Auswertungen und Berichte an heimische und internationale Behörden. Mit diesem Instrument konnte z. B. in der Salmonellenbekämpfung ein Rückgang der Humanerkrankungen von 2002 bis 2014 um 79,6 % bzw. beim Antibiotika-Einsatz von 2011 bis 2014 ein Rückgang um 44 % erreicht werden. Damit liegt Österreich EU-weit im Spitzenfeld, was auch im Veterinärbericht 2014 des Bundesministeriums für Gesundheit durch die erfolgreiche Umsetzung der Salmonellenbekämpfungsmaßnahmen in allen Geflügelsparten bestätigt wurde.

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Mag. Harald Schliessnig
Telefon: 02272/82 600-12
E-Mail: harald.schliessnig@qgv.at

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