Bundeskanzler Faymann und Kulturminister Ostermayer würdigen engagierten Einsatz gegen Faschismus

Kurt Cizek, Vinzenz Jobst, Theodor Maier, Werner Pikalo und Katja Sturm-Schnabl erhielten Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Wien (OTS) - "Es ist eine große Ehre für mich, dass ich heute Menschen würdigen darf, die in ihrem Leben Haltung und Charakter bewiesen haben, die uns Vorbilder sind, weil sie sich für Freiheit, Demokratie und Menschenwürde einsetzen. Mit der heutigen Auszeichnung wollen wir ihnen für ihr unermüdliches Engagement im Dienste der Menschlichkeit, ihren Kampf gegen Faschismus und ihre Erinnerungsarbeit für NS-Opfer danken", sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute, Mittwoch, anlässlich der feierlichen Überreichung von Ehrenzeichen der Republik Österreich an Kurt Cizek, Vinzenz Jobst, Theodor Maier, Werner Pikalo und Katja Sturm-Schnabl im Kongresssaal des Bundeskanzleramts.

Die Geschichte habe gezeigt, wie wichtig es sei, totalitäre Entwicklungen und das Schüren von Hass und gesellschaftlicher Spaltung frühzeitig zu erkennen und darauf aufmerksam zu machen. "Dort wo Antisemitismus, Vorurteile und Hass die Oberhand gewinnen, ist es nicht weit zu Ausschreitungen und Gewalt. Daher gilt es auch heute zu verhindern, dass es zu politischen Verallgemeinerungen kommt und dass Menschen, die vor Krieg flüchten, an unseren Grenzen abgewiesen werden. Gerade in diesen Stunden gilt es wieder zu beweisen, dass wir aus der Geschichte gelernt haben", so Faymann. Die heute Geehrten würden zu jener Generation zählen, die einschneidende Momente selbst miterleben mussten. "Ich danke ihnen, dass sie uns an ihren Erfahrungen teilhaben lassen und für die nachfolgenden Generationen so wertvolle Aufklärungsarbeit leisten", sagte der Bundeskanzler.

Kulturminister Josef Ostermayer betonte, dass heute Menschen ausgezeichnet würden, "die ihr Leben in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben, indem sie sich stets für Aufrichtigkeit und Menschenwürde eingesetzt haben". Allen Geehrten gemeinsam sei ihr aktives Eintreten gegen Faschismus und Rechtsextremismus, ihr Erinnern an die Opfer faschistischer Regime und ihr Wirken im Sinne der Demokratie und Menschenrechte. Der Minister überreichte Vinzenz Jobst und Werner Pikalo das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie Kurt Cizek, Theodor Maier und Katja Sturm-Schnabl das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich.

Vor dem Hintergrund seiner persönlichen Lebensgeschichte widmet sich Kurt Cizek, geboren im Jahr 1937, besonders der Aufklärungsarbeit für Jugendliche. Er hält Vorträge an Schulen und bei Jugendorganisationen, um vor Faschismus und Extremismus zu warnen. Auch Dr. Katja Sturm-Schnabl, Jahrgang 1936, besucht als Zeitzeugin regelmäßig Schulen und berichtet über NS-Verbrechen und das Schicksal von Widerstandskämpfern, insbesondere der Slowenen in Kärnten. Die Universitätsprofessorin, die selbst Deportation und Lagerhaft erleben musste, wirkt an zahlreichen wissenschaftlichen Symposien und Kongressen im In- und Ausland mit. Werner Pikalo, Jahrgang 1940, hat sich für Anliegen im Gedenken der NS-Opfer verdient gemacht, insbesondere zur Erinnerung an den Widerstand und die Verfolgung in Kärnten.

Der im Jahr 1942 geborene Theodor Maier engagiert sich als Mitglied des Mauthausenkomitees besonders für die österreichische Erinnerungskultur, zum Gedenken an die Opfer der NS-Konzentrationslager. Professor Vinzenz Jobst, geboren 1949, ist aktiv an der Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur in Kärnten beteiligt sowie Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher über Widerstandskämpfer und Opfer des NS-Regimes. So dokumentierte er das Leben und den Tod des Holzarbeiters und Zeugen Jehovas Anton Uran, der wegen seiner Weigerung, für das NS-Regime in den Krieg zu ziehen, hingerichtet wurde. Er erwirkte erstmalig in der Geschichte der Zweiten Republik die Aufhebung eines Reichskriegsurteils und schuf mit seinem Einsatz für Uran einen rechtspolitischen Modellfall. "Mit den Ehrenzeichen der Republik wollen wir heute für all diese Leistungen unseren Dank ausdrücken", so der Kulturminister abschließend.

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