Leitl zu WEF-Ranking: Reformstau drückt heimische Standortqualität

Versäumnisse abarbeiten, um Wohlstandsniveau zu halten – Innovationskapazität und F+E-Ausgaben der Unternehmen positiv bewertet

Wien (OTS) - "Der heimische Standort kämpft mit Problemen an mehreren Fronten. Am gravierendsten drückt aber der Reformstau auf unsere Standortqualität. Und einmal mehr kann man nur die Forderung nach echten und einschneidenden Schritten bei Strukturreformen erneuern", betonte heute, Mittwoch, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl. Insbesondere das geringe Wirtschaftswachstum und die Tatsache, dass Österreich noch immer zu wenig auf Zukunftstechnologien, Stichwort Digitalisierung, setzt, haben zu einem Verlust von weiteren zwei Plätzen im Ranking des World Economic Forum (WEF) geführt. Österreich liegt nun auf dem 23. Platz von 140 teilnehmenden Ländern und am 10. Platz im Vergleich der EU-Staaten. Das Stimmungsbild zeige, dass Österreich endlich Antworten auf die vorliegenden Strukturprobleme finden müsse. Die Kernbereiche seien bekannt: Arbeitsmarkt, Pensionssystem, Bildung, Bürokratie und Verwaltung.

Gleichzeitig verwies der WKÖ-Präsident darauf, dass Österreich - etwa was den Forschungsbereich anbelange - langsam zulege. Positiv sei zudem, dass die Innovationskapazität der Unternehmen und deren F+E-Ausgaben auf einem sehr hohen Level bewertet werden. Jedes Jahr ertönen neue Weckrufe, die eigentlich dazu führen sollten, den Status quo nicht weiterzuführen", so Leitl. "Wir müssen nur den Blick über die Grenzen machen, die Schweiz liegt auf dem ersten Platz. Die Schweiz schafft es, sich budgetäre Spielräume zu erarbeiten und setzt auf Innovationskraft und die Flexibilität des Arbeitsmarktes. Und sie vermeidet es - Stichwort: Arbeitszeitverkürzung - Betriebe über Gebühr zu belasten. Der WEF-Bericht zeigt einmal mehr, dass kompetitive Volkswirtschaften sehr viel krisenresistenter sind als stark regulierte und wenig anpassungsfähige Wirtschaften. Wenn wir es nicht schaffen, die vorliegenden Versäumnisse abzuarbeiten und aus der Krisenstarre der Vorjahre zu finden, werden wir es nicht schaffen, unser Wohlstandniveau zu halten", unterstrich Leitl abschließend. (PWK722/us)

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