AK zu WEF-Standortranking: Reformen sind längst auf Schiene!

Ranking nur die halbe Wahrheit - Höhere Forschungsprämie und Steuerreform

Wien (OTS) - "Das WEF-Ranking fordert einiges, was schon längst in Umsetzung begriffen ist", sagt AK Direktor Werner Muhm. Das Wifo betont als Partner des WEF selbst, dass Österreich nach wie vor bei der Wirtschaftsleistung pro Kopf auf Platz fünf liegt. Und: "Soziale Errungenschaften werden in diversen Standortrankings tendenziell als Wettbewerbsnachteil eingestuft. Kein Wunder, wenn dann Quatar noch vor Österreich liegt."

Bekannte Reformnotwendigkeiten wurden schon lange angegangen:

+ Wirtschaftswachstum: Die Steuerreform wird die verfügbaren Einkommen und damit den privaten Konsum ankurbeln. Der schwächelte zuletzt und ist wesentliche Ursache für die Wachstumsschwäche in Österreich - laut Wifo der wichtigste Grund für das Zurückfallen im WEF-Ranking.

+ Forschung und Innovation: Österreich weist mit 1,1 Prozent des BIP die höchsten staatlichen Forschungs- und Entwicklungs-Aufwendungen aller EU-Länder auf. Die Forschungsprämie wurde von 10 auf 12 Prozent erhöht. Es gibt deutliche Erleichterungen bei der Zuzugsbegünstigung für Wissenschafter und Forscher. Das Gemeinnützigkeitspaket bringt neue Anreize für Wissenschaft, Forschung und Bildung.

+ Verwaltungsreformen sind eingeleitet und eine Verbesserung der Mittelstandsfinanzierung ist in Vorbereitung.

Das sind die Fakten:

+ Das BIP pro Kopf hat sich von 22 Prozent über dem EU-Durchschnitt (2007) auf 28 Prozent verbessert. Innerhalb der EU liegen wir damit auf Platz fünf, weltweit sind wir unter den Top Ten.

+ Italiens schrumpfende Wirtschaft als Positivbeispiel? Das reale BIP in Italien liegt 2015 um mehr als 8 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2007, während es in Österreich um 5 Prozent darüber liegt.

+ Die Industrieproduktion, die faktisch nahezu zur Gänze exportiert wird, liegt um etwa 10 Prozent über dem Niveau von 2010, völlig parallel zur Entwicklung in Deutschland.

+ Vergleiche hinken: soziale Errungenschaften werden in internationalen Wettbewerbsrankings tendenziell als Wettbewerbshindernis gesehen. Kein Wunder, wenn dann auch im WEF-Ranking Länder wie Quatar vor Österreich liegen. Aktuell wird das System der österreichischen Lohnverhandlungen gleichzeitig positiv und negativ gewertet.

+ Managerbefragungen sind keine objektiven Indikatoren für Wettbewerbsfähigkeit, sondern haben einen starken Zug zu Agenda-Setting.

Dennoch sind weitere Anstrengungen notwendig, vor allem im Bereich des Bildungs- und Qualifizierungssystems.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Katharina Nagele
(+43-1) 501 65 2678
katharina.nagele@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001