Das Kaffeehaus feiert den 330. Geburtstag

Erster Oktober ist „Tag des Kaffees“ – 330 Jahre Kaffeehaus – Österreicher trinken 2,9 Tassen täglich – Lesungen als Pflege der Kaffeehauskultur

Wien (OTS) - Österreich ist ein Land der Kaffeeliebhaber. Rund acht Kilogramm Kaffee im Jahr oder 2,9 Tassen täglich werden pro Kopf konsumiert. Beliebtester Genussmoment ist der Tagesbeginn. Für über 62 Prozent der Österreicher gehört ein guter Kaffee zum Frühstück. Beliebtester Platz außer Haus zu genießen, ist das Kaffeehaus. In Wien trinkt nahezu jeder fünfte Kaffeeliebhaber seine Melange im Kaffeehaus - das heuer 330 Jahre alt ist.

Schon bevor das erste Kaffeehaus in Wien eröffnete, wurden türkische Gesandte auf dem kaiserlichen Hof mit Kaffee bewirtet. Das belegen Verpflegungsrechnungen der Wiener Hofkammern aus dem Jahr 1645. Als mit der Türkenbelagerung 1683 Rohkaffee in größerer Menge nach Wien gelangte, waren es vor allem armenische Händler, die den Nutzen der Kaffeebohnen erkannten. Der schwarze Genuss aus dem Orient war ihnen nicht fremd.

ZWT: Kaiserliche Erlaubnis Kaffee auszuschenken
Als erster erhielt Johannes Diodato von Kaiser Leopold I. am 17. Jänner 1685 das alleinige Privileg, Kaffee, Tee und Fruchtsäfte ausschenken zu dürfen. Und das auf zwanzig Jahre. Mit größter Wahrscheinlichkeit befand sich das erste Wiener Kaffeehaus in der heutigen Rotenturmstraße 14 im ersten Bezirk, dem Wohnhaus von Diodato. Die besondere Begünstigung Diodatos durch Kaiser Leopold I. sehen Historiker vor allem darin, dass es dem Armenier gelang, Silber für die Wiener Münze auf türkischem Boden aufzukaufen. Doch Diodatos Kaffee-Monopol hielt nicht lange.

Am 16. Juli 1700 erließ Leopold I. erneut ein Privileg, mit dem Isaak de Luca, ebenfalls ein Armenier, und drei weitere "Cavesider" das erste bürgerliche Kaffeeschankprivileg für "Theé, Caffeé, Schokolade und derlei Sorbeten [Erfrischungsgetränke aus Fruchtsäften]" erhielten. Damit war auch die Wiener Kaffeesiederei als Gewerbe begründet. Und die Zahl der Kaffeehäuser begann unentwegt zu steigen.

Zählte Wien 1714 noch 11 Kaffeehäuser, waren es 1819 bereits 150, 1965 schon 622. Und heute gibt es mehr als 2500 Kaffeebetriebe. Darunter befinden sich rund 1000 Kaffeehäuser und knapp 900 Kaffee-Restaurants.

Das Wiener Kaffeehaus ist Wirtschafts-, Tourismus- und Kulturfaktor zugleich und auch ein veritabler Exportartikel. Denn so manches literarische oder musikalische Werk, das um die Welt ging, findet seinen Ursprung im Wiener Kaffeehaus.

Um den "Tag des Kaffees" bieten die Wiener Kaffeehäuser in Zusammenarbeit mit Eunic Austria als Pflege der Kaffeehauskultur Lesungen aus europäischen Werken an. "Literatur ist ein inniger Bestandteil des Wiener Kaffeehauses und trägt auch dazu bei, den Gedanken ‚Europa‘ zu eröffnen", so Berndt Querfeld, Obmann der Wiener Kaffeehäuser.

An Lesungen, die seit 28. September laufen, gibt es noch:

1. Oktober, 19 Uhr: Café Griensteidl, Lyrik aus Österreich mit Robert Reinagl. Café Landtmann: Tamara Ivanis singt vertonte Gedichte kroatischer und slowenischer Lyriker der Moderne.

2. Oktober, 19 Uhr:
Café Sperl, Chris Pichler trägt Lyrik aus Portugal und Russland vor. Im Café Restaurant Bellaria liest Thomas Groß Lyrik aus Bulgarien und dem französischsprachigen Raum.

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KommR Dr. Hubert Greier
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