Vorab-Auswertung AK- und Umweltbundesamt-Studie: Verbrauchsangaben der Autohersteller täuschen!

Erstmals bei beliebtesten Automarken in Österreich reale Verbrauchswerte mit Testwerten im 13-Jahres-Vergleich am Prüfstand – Strengere Kontrollen gefordert

Wien (OTS) - Autos verbrauchen bis zu gut einem Drittel mehr, als im Prospekt angegeben - und zwar Autos aller Hersteller. Der Grund:
Völlig unrealistische, beschönigende Tests. Das zeigt eine Vorab-Auswertung einer Studie des Umweltbundesamtes im Auftrag der AK. Es wurden erstmals für die 21 meistgefahrenen Automarken in Österreich die realen Verbrauchswerte mit den Testwerten der Hersteller von 2000 bis 2013 verglichen. Die AK verlangt strengere Kontrollen aller Hersteller und neue, realistische Testverfahren, die den realen Verbrauch messen.

Wie klimaschädlich sind Autos heute? Wie viel verbrauchen sie wirklich? In ihren Prospekten geben die Autohersteller an, die neuen, immer strenger werdenden CO2-Grenzwerte einzuhalten. Aber jeder Autofahrer, jede Autofahrerin hat sich schon gedacht: Das kann nicht stimmen.

Eine Vorab-Auswertung einer Studie des Umweltbundesamtes im Auftrag der AK beweist das nun für Österreich: Autos - egal ob Benzin oder Diesel - verbrauchen weit mehr, als die Hersteller angeben, und zwar zwischen einem Fünftel und 37 Prozent. Auf die Kosten umgerechnet bedeutet das: Hätten die Herstellerangaben gestimmt, dann hätten die österreichischen Pkw-FahrerInnen um 900 Millionen Euro im Jahr weniger an Treibstoffkosten bezahlen müssen.

Erstmals hat das Umweltbundesamt für die AK für die 21 meistgefahrenen Automarken Österreichs (aus einer Spezialauswertung des Datenmaterials der Statistik Austria) die realen Verbrauchswerte mit den Testwerten der Hersteller verglichen - und zwar für die Jahre 2000 bis 2013. Der Realverbrauch wurde aus der Datenbank Spritmonitor.de berechnet. Die Angaben der Hersteller wurden aus Datenbanken und Produktkatalogen entnommen.

Spritverbrauch höher, als angegeben
Bis 2008, bis zur Einführung strengerer Grenzwerte, waren die Prospektangaben und der reale Verbrauch annähernd deckungsgleich. Seither driften die Angaben beträchtlich auseinander.

Im Jahr 2000 verbrauchten die Autos real im Schnitt "nur" sieben Prozent mehr Sprit als im Prospekt angegeben war. Im Jahr 2009 war der tatsächliche Spritverbrauch im Schnitt um ein Fünftel höher, als im Prospekt angegeben. 2011 wichen realer Spritverbrauch und Prospektangaben im Schnitt um 23 Prozent ab, 2013 schon um durchschnittlich 27 Prozent.

Ein Einhalten der Testergebnisse ist unter realen Fahrbedingungen gar nicht möglich. Von Jahr zu Jahr wird daher der Unterschied größer:
Die Folgen sind höhere Umwelt- sowie beachtliche Mehrkosten für die AutofahrerInnen.

Eine Berechnung zeigt: Wenn man den im Prospekt angegebenen Verbrauch mit dem tatsächlichen Verbrauch vergleicht, haben AutofahrerInnen bei einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern im Jahr Mehrausgaben von rund 300 Euro (im Jahr 2013).

Strengere Kontrollen, neue, realistischere Tests
Die Testverfahren sind offensichtlich unter Einfluss der Autolobby so weich gestaltet, dass sie den Herstellern ein Erreichen der Grenzwerte erleichtern.

Daher verlangt die AK:

1 Strengere Kontrollen: Alle Autohersteller müssen auf den Prüfstand, damit ihr Prüfzyklus-Ergebnis geprüft wird - dafür muss die EU rasch sorgen.

2 Neue, realistischere Tests: Die EU-Vorgaben für die Prüftests, mit dem die Verbrauchswerte ermittelt werden, müssen auf neue Beine gestellt werden. Sie müssen angeben, was ein Auto tatsächlich an Sprit verbraucht. Derzeit bilden sie die Realität nicht ab. Die EU muss neue gesetzliche Regeln für die Tests vorschreiben.

SERVICE: Die Vorab-Auswertung der Studie des Umweltbundesamtes im Auftrag der AK finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at

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