ÖH: Schwangerschaftsabbruch raus dem Strafgesetz!

Förderung von Selbstbestimmung von Frauen muss das zentrale Anliegen sein

Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) nimmt den heutigen Internationalen Aktionstag für den freien Zugang zu sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen zum Anlass erneut Rechte von Frauen einzufordern. Nach aktueller Gesetzeslage ist es schwangeren Frauen innerhalb einer 12-wöchigen Frist zwar möglich einen legalen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, bis heute handelt es sich allerdings um einen Akt der durch das Strafgesetz geregelt ist. "Schwangerschaftsabbruch über das Strafgesetz zu bestimmen, lässt Abtreibung wie einen kriminellen Akt wirken und verstärkt das Gefühl ein Tabu zu begehen. Das ist der vollkommen falsche Weg und beschränkt Frauen in ihrer Entscheidungsfreiheit", so Magdalena Goldinger vom Vorsitzteam der ÖH: "Der Fokus muss eigentlich auf der Stärkung der Selbstbestimmung von Frauen liegen. Am wichtigsten wäre es in diesem Zusammenhang endlich Möglichkeiten zur Kostenübernahme zu schaffen und Behandlungsstellen bundesweit auszubauen."

"Regelungen für die Kostenübernahme sind einfach nicht vorhanden. Preise für Abbrüche belaufen sich zwischen 350 und 800 Euro. Das ist pure Willkür auf Kosten von Frauen", sagt Goldinger: "Das eigentlich Problem ist aber, dass es keine einzige Möglichkeit einer Kostenübernahme gibt. Frauen, die sich keine Abtreibung leisten können, werden damit zur Schwangerschaft gezwungen. Student_innen sind von diesem Problem noch einmal besonders betroffen. Abseits davon, dass sich viele eine Abtreibung einfach nicht leisten können, führt eine Karenzierung zum Verlust der Beihilfen. Studierende Frauen befinden sich damit in einer Pattsituation, die mindestens das Studium gefährdet oder im schlimmsten existenzbedrohend ist. Dass so etwas in Österreich möglich ist, ist ein Skandal." Wie sich in den letzten Jahren ebenso gezeigt hat, muss aber auch an der Sicherstellung der medizinischen Versorgung vor Ort gearbeitet werden. "Es gibt ein eindeutiges Stadt-Land-Gefälle. Während es in der Stadt durchaus ein weites Angebot an medizinische Versorgung gibt, müssen Frauen am Land oft weite Strecken zurücklegen, um eine Abtreibung durchzuführen. Ein Ausbau der medizinischen Betreuung wäre damit ein erster wichtiger Schritt und würde Frauen zumindest eine von zahlreichen Hürden nehmen."

Für die ÖH ist dieser Zustand untragbar und sie fordert daher die Neu-Bestimmung des Gesetzes. "Wir müssen heute eineindeutiges Zeichen setzen, dass wir diese Benachteiligung nicht mehr dulden. Wir rufen daher alle dazu auf sich an den Protesten auf der Straße zu beteiligen und unmissverständlich die Selbstbestimmung und Gleichberechtigung von Frauen zu verlangen", so Goldinger.

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