GD Steinbichler: „Teilverkauf der Kommunalkredit erfolgreich abgeschlossen – Neustart mit zukunftsfähigem Geschäftsmodell“

Kommunalkredit Austria berichtet über erfolgreichen Abschluss des Teilverkaufsprozesses

Wien (OTS) -

  • Eigentumsübergang des 99,78-%-Aktienanteils von FIMBAG auf Gesona vollzogen
  • Operative Kontinuität in Kommunalkredit Neu und KA Finanz gewährleistet
  • Zukunftsfähige Geschäftspolitik der Kommunalkredit im Infrastrukturbereich aufrecht und verstärkt

Die Kommunalkredit Austria AG (KA) freut sich mitzuteilen, dass heute die Privatisierung der Bank mit einem Aktivvolumen von EUR 4,5 Mrd. erfolgreich abgeschlossen wurde. Die entsprechenden Privatisierungsschritte wurden mit Ad-hoc-Mitteilungen vom 11. August 2014 und 13. März 2015 sowie 26. Juni 2015 und 25. September 2015 veröffentlicht. Mit Vorliegen aller aufsichtsrechtlichen Genehmigungen wurde heute das Closing, i. e. der Eigentumsübergang, abgeschlossen. Die Verkaufstransaktion wurde wie folgt umgesetzt:

- In einem ersten Schritt wurde am 26. September 2015 die gesamte Betriebsorganisation der KA (inkl. aller Töchter, wie Kommunalkredit Public Consulting/KPC) mit einer UGB-Bilanzsumme von ca. EUR 4,5 Mrd. im Wege einer verhältniswahrenden Spaltung zur Neugründung in eine neu gegründete Gesellschaft (KA Neu) übertragen. Der nach der Spaltung verbleibende Rest im Ausmaß von ca. EUR 6,7 Mrd. wurde auf die KA Finanz AG (KF)
verschmolzen. Die diesbezügliche Eintragung im Firmenbuch fand mit Rechtswirksamkeit 26. September 2015, 00:00 Uhr, statt.

- In einem zweiten Schritt wurde heute, 28. September 2015, der Eigentumsübergang vollzogen. Die Finanzmarktbeteiligung Aktien gesellschaft des Bundes (FIMBAG), welche 99,78 % der Aktien an der KA Neu treuhändig für die Republik Österreich hielt, hat diese auf das Käuferkonsortium der Gesona Beteiligungsverwaltung GmbH (Gesona) übertragen. Die restlichen 0,22 % der Anteile verbleiben beim Österreichischen Gemeindebund.

Zu betonen ist, dass die neuerliche Spaltung der vormaligen KA einer Auflage der Europäischen Kommission/Generaldirektion Wettbewerb (EK) entspricht; aus Wettbewerbsgründen durfte der Verkauf der KA nur bis zu maximal 50 % ihrer Aktiva stattfinden. Alle Aktiva der KA hatten jedoch eine hohe Kreditqualität, mit einem Durchschnittsrating von AA-. Das Durchschnittsrating der KF-Aktiva stieg nach der Übertragung von A- auf A+. Die Verkäufer garantieren in keiner Weise für die Qualität der vom Käufer übernommenen Aktiva; ebenso werden dem Käufer keinerlei Refinanzierungsmittel vom Verkäufer eingeräumt. Der bis zum Closing aufgelaufene Gewinn der KA Neu wird kaufpreiserhöhend dem Verkäufer gutgebracht.

Eigentümer KA Neu

Das Käuferkonsortium besteht aus der englischen Interritus Limited, deren Aktionäre Family Offices und Investoren mit langfristiger Wertorientierung sind, und der irischen Trinity Investments Limited, die vom Londoner Vermögensverwalter Attestor Capital LLP verwaltet wird und deren Kapital von einer breit gestreuten ebenso langfristig orientierten Investorengruppe zur Verfügung gestellt wird.

Das Käuferkonsortium plant die Fortführung und den Ausbau des Bankbetriebes. Dabei liegt der Schwerpunkt, wie bisher, in der Beratung und Strukturierung sowie der Bereitstellung von Finanzierungen für Infrastrukturprojekte, etwa für den Bau von Straßen, Spitälern sowie für Investitionen in erneuerbare Energien. Die KA bleibt ein verlässlicher Projektpartner für Infrastrukturmaßnahmen, der den Bankenmarkt in Österreich aber auch Europa durch ein attraktives und fokussiertes Angebot belebt. "Das Geschäftsmodell der Kommunalkredit ist zukunftsfähig. Wir freuen uns darauf, ein aktiver Partner für unsere Kunden im Infrastrukturprojektgeschäft zu sein", sagt Ulrich Sieber, neuer Aufsichtsratsvorsitzender der KA.

Vorstandsbestellungen

Dem Kaufvertrag entsprechend sind mit dem Kontrollwechsel die derzeitigen Organe der KA (Vorstand und Aufsichtsrat) zurückgetreten. Der bisherige Vorstandsvorsitzende der KA Alt, Mag. Alois Steinbichler, wurde erneut zum Vorstandsvorsitzenden der KA bestellt; Mag. Wolfgang Meister, bisher Leiter des Bereiches Strategie und Recht, wurde neu in den Vorstand der KA berufen. Dr. Helmut Urban, bisher ebenfalls im Vorstand der KA, verbleibt im Vorstand der KF. Die bisherige Vorstandsidentität zwischen KA und KF wird nicht fortgeführt. Durch diese Bestellungen wird die operative Stabilität und Kontinuität beider Institute gewahrt.

KA Neu mit starker Kapitalbasis

Die Eröffnungsbilanz der KA verfügt rückwirkend mit 1. Jänner 2015 über eine starke Kapitalausstattung, mit einer Gesamtkapitalquote von 26,2 % sowie einer harten Kernkapitalquote von 19,0 %. Das Kreditportfolio der KA Neu weist eine hohe Kreditqualität auf, mit 98 % der Ausleihungen im Investmentgrade-Bereich (davon AAA/AA 61 %) und einer NPL-Ratio von 0,0 %. Das Durchschnittsrating des Portfolios liegt bei A+.

Mit dem Eigentumsübergang auf die Gesona wird die KA Neu ihre Expertise in der Strukturierung und Finanzierung von Infrastrukturprojekten sowie im Förderungsmanagement - über ihre 90-%-Tochter Kommunalkredit Public Consulting (KPC) - ihrer breiten Kundenbasis in Österreich und auf europäischer Ebene wieder ohne Einschränkungen zur Verfügung stellen. Dabei stehen, wie bisher, die Segmente "Soziale Infrastruktur", "Energie und Umwelt" sowie "Verkehr" im Zentrum des Interesses.

Die KA trägt in ihrer Geschäftspolitik den für Infrastrukturprojekte signifikant geänderten strategischen Rahmenbedingungen voll Rechnung. Diese sind insbesondere:

  • Die finanziellen Spielräume öffentlicher Haushalte sind auf Grund der erforderlichen Budgetkonsolidierungen zunehmend eingeschränkt, sodass die Finanzierung von Infrastrukturprojekten schwieriger geworden ist und neue Ansätze erfordert.
  • Aufsichtsrechtliche Bestimmungen für Banken, wie das Net Stable Funding Ratio aus Basel III (reduzierte Möglichkeiten der Fristentransformation), erschweren den Banken zunehmend das Halten langfristiger Aktiva bzw. werden langfristige Kredite wesentlich teurer.
  • Institutionelle Investoren haben aufgrund historisch niedriger Renditen auf den Kapitalmärkten, mit Basiszinssätzen für 10-jährige Veranlagungen derzeit bei 1,0 % bzw. 30-jährige Veranlagungen unter 2,0 %, zunehmend das Erfordernis, ihre Veranlagungsformen zu erweitern. Öffentlichkeitsnahe Infrastrukturprojekte mit stabilen Cashflows bieten dabei ein attraktives Zielsegment.

"In der KA haben wir diese Entwicklung seit Beginn der Restrukturierung im Jahr 2008 klar antizipiert. Wir bilden eine Brückenfunktion zwischen dem Bedarf von Projekterrichtern mit entsprechendem Strukturierungs- und Finanzierungsbedarf sowie institutionellen Investoren (Versicherungen, Fonds etc.) mit Veranlagungsbedarf", betonte GD Steinbichler. Dabei deckt die Bank v. a. die Strukturierung von Projekten sowie die Finanzierung der Bauphase direkt ab, während die langfristigen Finanzierungen in der Betriebsphase insbesondere aus den Mitteln institutioneller Investoren dotiert werden. Dieser geschäftsstrategische Ansatz wird auch von den neuen Eigentümern mit ihren eigenen Ressourcen und Möglichkeiten verstärkt. Das Management und die Mitarbeiter der KA Neu freuen sich auf diese neue Phase.

KA Finanz AG (KF)

Die KF, welche das nicht strategische Portfolio der vormaligen KA gestioniert, hat seit Beginn der Restrukturierung im Jahr 2008 bis zum Halbjahr 2015 insgesamt 81,3 % oder EUR 24,4 Mrd. des Anfangsportfolios von EUR 30 Mrd. abgebaut. Mit der Übernahme des KA Rest-Portfolios von EUR 6,7 Mrd. hat sich die UGB-Bilanzsumme von EUR 7,3 Mrd. zum 31. Dezember 2014 auf rund EUR 13,9 Mrd. zum 1. Jänner 2015 erhöht; das Durchschnittsrating des KF-Portfolios hat sich von A- auf A+ verbessert; es wurden qualitativ hochwertige Aktiva an die KF übertragen; die Übertragung beruht auf wettbewerbsrechtlichen Auflagen der EK. Zudem ist durch die Übertragung von positiven Eigenkapitalwerten und Refinanzierungen auch weiterhin eine stabile Kapital- und Liquiditätssituation gegeben, mit einer Gesamtkapitalquote von 20,1 % und einer harten Kernkapitalquote von 15,4 %; vor Verschmelzung betrug die harte Kernkapitalquote 14,5 % und die Gesamtkapitalquote 20,9 %. Das Service Level Agreement, unter welchem die KF operative Dienstleistungen aus der KA bezieht, bleibt auch unter der neuen Eigentümerschaft bestehen, sodass die operative Stabilität der KF gewährleistet ist.

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