Büromarkt Wien: Angebot weiter gering – Entspannung ab 2016/2017

Herbst-Marktbericht von Otto Immobilien: Stimmungsbarometer zeigt positives Bild

Wien (OTS) - Ein weiter sinkendes Angebot an neuen Flächen, etwas mehr Vermietung als im Vorjahr, sinkende Renditen und leicht steigende Mieten: Dies sind die Kerndaten aus dem vorliegenden 30. Büromarktbericht der OTTO Immobilien Gruppe, der heute, Montag, vor Journalisten präsentiert wurde. Als positiv beobachtet man die Stimmung am Büro- und Investmentmarkt: der neue "Stimmungsbarometer" von OTTO Immobilien, eine Befragung von 13 relevanten nationalen und internationalen Playern, habe dies klar gezeigt.

Die Vermietungsleistung sehen die Experten von Otto Immobilien mit 230.000 m2 für heuer etwas höher als 2014. Vor allem bei Flächen bis 500 m2 bzw. über 1000 m2 gebe es eine große Nachfrage. Bürostandorte mit hoher Aktivität waren 2015 der neue Hauptbahnhof, die Innenstadt und die Donau-City, berichtet Mag. Alexander Fenzl von Otto Immobilien Gewerbe.

Das Angebot an neuen Flächen ist laut Otto Immobilien mit 130.000 m2 weiter gering, zumal der Großteil eigengenutzte Flächen sind. Besonders Erstbezugsflächen in neuen Flachbauten im mittleren Preissegment sind laut Büromarktbericht stark nachgefragt, in diesem Segment gebe es derzeit kaum freie Flächen. Für 2016 erwarten die Experten von Otto Immobilien den geringsten Zuwachs an Büroflächen seit Aufzeichnungsbeginn. Erst 2017 sollte das Fertigstellungsvolumen wieder steigen. Besonders knapp ist das qualifizierte Flächenangebot von mehr als 4.000 m2. "Lediglich fünf Büroimmobilien in Wien erfüllen die nachgefragten Mindestkriterien, wie etwa ein moderner Gebäudezustand mit Kühlung und fußläufiger U-Bahnanbindung", so Mag. Alexander Fenzl von OTTO Immobilien.

Leicht steigend präsentieren sich aktuell die Büromieten, die im Durchschnitt bei derzeit EUR 13,50 pro m2 liegen, heißt es im Büromarktbericht weiter. Gegenüber dem Vorjahr sind auch die Spitzenmieten angestiegen und rangieren aktuell bei EUR 25,75pro m2.Erfreuliche Entwicklungen sieht man für die auf den Gesamtmarkt bezogene Leerstandsquote, die - vor allem aufgrund des geringen Fertigstellungsvolumens - heuer leicht sinken wird. Vom Leerstand betroffen sind laut Büromarkt-Bericht weiterhin vor allem ältere und nicht mehr marktkonforme Flächen.

Positiv sei die Situation am Investmentmarkt, dessen Transaktionsvolumen heuer wieder die Marke von Zwei-Milliarden-Euro überschreiten wird. Wie bereits im Vorjahr sei das Investitionsinteresse enorm hoch, treffe aber nur auf wenig hochqualitatives Angebot, berichtet Investmentexpertin Martina Cerny M.A.

Die durchschnittlichen Renditen am Wiener Büro- und Gewerbemarkt liegen laut Otto Immobilien weiter stabil bei 6,00 + Prozent. Im Core-Bereich sind sie heuer nochmals, nämlich auf 4,6 Prozent, gesunken. Im europäischen Vergleich weist Wien, so Cerny, aber immer noch höhere Spitzenrenditen auf als die Städte Frankfurt, Stockholm, München, Paris, Zürich und London.

Stimmungsbarometer der "großen 13" durchaus positiv

Mit dem neuen "Stimmungsbarometer" hat Otto Immobilien im Sommer erstmals auch die Stimmung von 13 großen nationalen und internationalen Marktplayern erhoben: vier Fragen betrafen den Vermietungsmarkt, vier den Investmentmarkt. Die Befragten wurden gebeten, ihre Einschätzung auf einer Skala von 0 bis 100 abzugeben. "Insgesamt ist die Stimmung am Wiener Investitionsmarkt als deutlich positiv zu bezeichnen. Der Durchschnittswert über alle vier Fragen lag bei 64 von 100 Punkten", so Mag. Alexander Bosak MRICS, Leiter der Abteilung Immobilien Research. Am Vermietungsmarkt habe sich die Stimmung gegenüber dem Vorjahr mit 54 von 100 Punkten leicht verbessert, so Bosak.

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