Neues Volksblatt: "Fremde Rechnung" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 28. September 2015

Linz (OTS) - Die Landtagswahlen in Oberösterreich haben so etwas wie einen Erdrutsch gebracht. Umso mehr gilt es, Ursachenforschung zu betreiben. Und da stellt sich eine Frage: Machen es sich die Vertreter von ÖVP und SPÖ zu einfach, wenn sie die eigenen Verluste damit erklären, dass mit der Asylproblematik ein überregionales Thema alle regionalen Landesthemen überlagert hat?
Nein, machen sie nicht. Den Beleg für die Richtigkeit dieser Einschätzung liefern weniger die schwarz-roten Verluste, als vielmehr die Verdoppelung der Blauen. Was, wenn nicht das Flüchtlingsthema, hätte denn zu derartigen Stimmenzuwächsen bei der FPÖ führen sollen? Konstruktive und sachorientierte Arbeit, die etwa zu mehr Beschäftigung, zu einem stärkeren ländlichen Raum und damit generell zu einer höheren Lebensqualität führen, kann es - mit Verlaub - wohl nicht gewesen sein.
Das Wahlergebnis ist freilich ohne Wenn und Aber zu akzeptieren. Und da wird sich, egal welche Regierungskonstellation am Ende herausschaut, bald zeigen, wo tatsächlich die Lösungskompetenz liegt. Denn im politischen Alltagsgeschäft reicht Stimmungs- und Panikmache allein nicht aus.
Apropos Ursachenforschung: Natürlich hat es auch Ärger über manche Änderungen im Zuge der Steuerreform gegeben. Letztere ist übrigens auch kein Landesthema. Was zeigt: Diesmal haben manche eine fremde Rechnung bezahlt.

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