Prominente Eröffnung der Ausstellung "Feiert das Leben" im Kunsthistorischen Museum Wien

Zehn "Lebensmasken" werden zu Kunst - eine Ausstellung in Kooperation mit der CARITAS

Wien (OTS) -

Diese Meldung wurde korrigiert. Neufassung in Meldung OTS0208 vom 24.09.2015

Generaldirektorin Sabine Haag und Caritaspräsident
Michael Landau eröffneten gestern im Beisein von zahlreichen Gästen die Ausstellung "Feiert das Leben".

Leben, Vergänglichkeit, Tod - für uns alle sind sie unabdingbare Bestandteile der Existenz, aber jeder Einzelne begegnet ihnen auf sehr individuelle Weise. Das Sterben und der Tod werden jedoch meist aus dem Alltag ausgeblendet und verdrängt.
Im Projekt "Feiert das Leben!" wurden prominente Persönlichkeiten aus dem künstlerischen und kulturellen Bereich in Österreich und über die Landesgrenzen hinaus eingeladen, in einen Dialog einzutreten: Was bleibt von uns, wenn wir gehen? Was ist uns wichtig im Blick auf die Endlichkeit des Lebens, welche Spuren hinterlassen wir? Wie will ich sterben? So haben sich Barbara Coudenhove-Kalergi, Christiane Hörbiger, Michael Landau, Karl Markovics, Robert Menasse, Cornelius Obonya, Arnulf Rainer, Barbara Stöckl und Josef Zotter für das Abnehmen einer Lebensmaske ihres Gesichtes zur Verfügung gestellt. Die international renommierten Künstlerinnen und Künstler Kader Attia, Daniel Knorr, Erik van Lieshout, Teresa Margolles, Arnulf Rainer, Hans Schabus, Hubert Scheibl, Deborah Sengl, Daniel Spoerri und Nives Widauer erklärten sich dazu bereit, diese Masken künstlerisch zu verarbeiten.
Alle Eingeladenen haben sich in ihrem Werk bereits eingehend mit der Frage des Todes auseinandergesetzt.

"In der Ausstellung haben sich die KünstlerInnen explizit mit der Sterblichkeit und dem Weiterleben ihrer Mitmenschen beschäftigt und diese Erfahrungen in ihr Werk einfließen lassen. Dabei geht es nicht um eine egozentrische Auseinandersetzung, sondern um eine Analyse der Gesellschaft und ihres Verhältnisses zu den Themenbögen Vergänglichkeit, Tod und Erinnerung. Diese Auseinandersetzungen können sehr nahe an der Vergänglichkeit des Rohstoffes unseres Körpers sein, wie im Falle von Teresa Margolles bei der Arbeit an der Lebensmaske von Barbara Coudenhove-Kalergi, die das Gesicht in einem schweren, die Zeit überdauernden Material wortwörtlich verschwinden lässt. Deborah Sengl wiederum lässt bei der Lebensmaske von Christiane Hörbiger die eigene oder angenommene Biografie sprichwörtlich Revue passieren. Hans Schabus wiederum versetzt Robert Menasse in die außergewöhnliche Lage eines unerschöpflichen Gedankenspenders frei jeglicher Sachzwänge und in gespannter Auslieferung an die Natur", so Kuratorin Cathérine Hug.

Das Ergebnis dieser Interventionen wird im Rahmen einer Kooperation der Caritas mit dem Kunsthistorischen Museum in einer Sonderausstellung präsentiert. "Die prunkvollen Säle der Antikensammlung, insbesondere jene, die dem Begräbniskult und dem Porträt gewidmet sind, bieten sich dabei als anregendes Umfeld an und unterstreichen den kuratorischen Ansatz, der von der langen Tradition der künstlerischen Reflexion über Leben und Sterben ausgeht. Seit jeher finden sich die Farben des Memento Mori auf der Palette künstlerischer Inspiration", so Generaldirektorin Sabine Haag.

Die Idee, Lebensmasken zeitgenössischer Persönlichkeiten anzufertigen, geht von der Caritas der Erzdiözese Wien aus und soll auf die stille, aber wichtige Arbeit des Mobilen Hospizes aufmerksam machen, die tagtäglich von MitarbeiterInnen der Caritas und von zahlreichen Freiwilligen geleistet wird. Das Projekt soll dazu anregen, sich mit dem Leben, dem Sterben und dem Tod auseinanderzusetzen.

"Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod oder mit dem Sterben lieber Menschen fällt den meisten Menschen nicht leicht. Auch mir nicht. Und doch ist dieser innere Dialog am Ende ein sehr lebensbejahender. Denn wir sehen uns mit der Frage konfrontiert, ob wir heute schon so leben, wie wir am Ende unserer Tage gelebt haben möchten? Ich bin überzeugt: Zu einer Kultur des Lebens gehört auch eine Kultur der Solidarität mit den Sterbenden. Ich danke allen, die die Ausstellung der Lebensmasken mit ihrer Unterstützung möglich gemacht haben - auch dafür, dass mit diesem Engagement auf die wichtige Arbeit des Mobilen Caritas Hospiz hingewiesen wird. Ein Vierteljahrhundert Mobiles Hospiz bedeutet nicht mehr und nicht weniger als ein Vierteljahrhundert Bekenntnis zu einem Leben und einem Sterben in Würde. Es bedeutet Menschen am Ende ihres Lebens zu begleiten und sie nicht alleine zu lassen, Widersprüche auszuhalten und Menschen an einem Punkt ihres Lebens nahe zu sein, den viele als das Ende fürchten. Denn jeder Sterbende ist ein Lebender. Und zwar bis zuletzt", so Caritas-Präsident Michael Landau.

Die Ausweitung des Projektes der Caritas als künstlerisches geht auf eine Idee von Robert Menasse zurück und wurde in der Ausstellung von Cathérine Hug (Kunsthaus Zürich) in Zusammenarbeit mit Manuela Laubenberger (Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung) kuratorisch umgesetzt.

29. SEPTEMBER 2015 BIS
10. JÄNNER 2016 FEIERT DAS LEBEN!
ZEHN "LEBENSMASKEN" WERDEN ZU KUNST
EINE AUSSTELLUNG IN KOOPERATION MIT DER CARITAS

Rückfragen & Kontakt:

Kunsthistorisches Museum
Nina Auinger-Sutterlüty, MAS
Leitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit KHM-Museumsverband
+43 52524 -4021
info.pr@khm.at
http://www.khm.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KHM0001