mumok gratuliert museum in progress zum 25-jährigen Bestehen

Wien (OTS) - Das mumok gratuliert dem Wiener museum in progress (mip) zum 25. Geburtstag. Gegründet von Kathrin Messner und Josef Ortner waren ab 1990 Medien und öffentlicher Raum bevorzugte Präsentationsorte des neuen Museums. Als erste Ausstellung konzipierte Kurator Helmut Draxler "Die Botschaft als Medium". Sie fand in der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" und im Wirtschaftsmagazin "Cashflow" statt. Beide Medien stellten von September 1990 bis September 1991 monatlich einer Reihe von Künstler_innen Platz für deren Werke zur Verfügung. Den Auftakt machte Heimo Zobernig, dessen Doppelseite am Freitag, den 28. September 1990 im Standard veröffentlicht wurde. Draxlers Projekt im medialen Raum versammelte eine Kunstszene, die um 1990 zwischen Wien, New York und Köln verortet war und ein spezifisches Interesse an neuen Formen des Ausstellens und Präsentierens teilte.

Ein weiteres wichtiges Projekt der frühen Jahre war "Austrian Airlines Porträt" (1993) von Felix Gonzalez-Torres von 1993. Für seinen Beitrag zur Ausstellungsserie "Das Plakat", welches für Austrian Airlines und die Gewista realisiert wurde, hatte der Künstler den Auftraggeber selbst zum Thema gemacht und alle Destinationen der Airline mit dem Jahr versehen, in dem sie erstmalig seit 1956 angeflogen wurden. Das Ergebnis der Recherche ließ er in ganz Wien plakatieren. Zudem stellte das 1992/1993 auf der Feuermauer der Hochschule für angewandte Kunst gezeigte Projekt "Wandzeitung" eine neue Form des Ausstellens zur Diskussion.

2011 bereits hatte mumok Direktorin Karola Kraus einen Großteil der über die Jahre im Rahmen der mip-Aktivitäten entstandenen Arbeiten in ihrer Antrittsausstellung "Museum der Wünsche" gezeigt. Im Anschluss an diese wurden alle Werke mitsamt Archiv durch das Sammlerpaar Dieter und Getraud Bogner für das mumok erworben und sind seither Teil der Sammlung. Erstmalig seit dem Übergang in den mumok Bestand und pünktlich zum Geburtstag der Wiener Initiative wird in der großen Herbstausstellung wieder ein größeres Konvolut im mumok präsentiert. Den oben erwähnten Projekten wird im Rahmen der Ausstellung "to expose, to show, to demonstrate, to inform, to offer. Künstlerische Praktiken um 1990" zentrale Bedeutung zukommen.

museum in progress

Der gemeinnützige Kunstverein museum in progress ist seit 1990 auf außergewöhnliche Präsentationsformen für zeitgenössische Kunst spezialisiert. Seine Ausstellungstätigkeit konzentriert sich auf öffentliche und mediale Räume. Dabei werden beispielsweise Zeitungen, Magazine, Plakatflächen, Gebäudefassaden, Internet, Fernsehen und Konzertsäle wie die Wiener Staatsoper genutzt.

Die von museum in progress ausgestellten Kunstwerke sind medienspezifisch, kontextabhängig und temporär. Durch die Arbeitspraxis von museum in progress wird die Distanz von Alltagsrealität und Kunstort überwunden und ein riesiges Publikum erreicht. Bisher wurden mit über 500 internationalen Künstler_innen Projekte realisiert. Für weiterführende Informationen zu museum in progress siehe: www.mip.at

to expose, to show, to demonstrate, to inform, to offer. Künstlerische Praktiken um 1990

Im Herbst 2015 blickt das mumok auf das internationale Kunstgeschehen um 1990. Auf drei Ebenen werden Installationen, Publikationen, Objekte, Projekte, Filme und Interventionen von über 50 Künstler_innen und Künstler_innengruppen gezeigt - darunter finden sich sowohl bekannte internationale Namen als auch Positionen, die bislang in Museen nur selten berücksichtigt wurden. Sie alle stellen die herkömmlichen Formen des Ausstellens infrage und widmen sich den drängenden gesellschaftlichen Herausforderungen ihrer Zeit.

So klar die Begriffe to expose, to show, to demonstrate, to inform, to offer die Funktionen einer Ausstellung scheinbar umreißen, so offen und fraglich war es um 1990, wie Kunst tatsächlich ausgestellt werden und an die Öffentlichkeit gelangen sollte. Die Ausstellung im mumok macht deutlich, dass sich die Auseinandersetzung mit Ausstellungsfragen immer wieder mit der Bearbeitung konkreter gesellschaftspolitischer Anliegen verschränkte. Um 1990 steuerte die Aidskrise ihrem Höhepunkt entgegen, Identitäts- und Genderfragen wurden heftig diskutiert, soziale Ausschlussmechanismen waren ein zentrales Thema, ökonomische Probleme allgegenwärtig und die Folgen einer rasant voranschreitenden Globalisierung deutlich zu spüren. Die Rolle und Aufgaben künstlerischer Arbeit wurden in dieser Situation ebenso heftig diskutiert wie das Verhältnis von Kunst und ihren Öffentlichkeiten, ihren Präsentations- und Rezeptionsbedingungen.

Ausstellungslaufzeit
10. Oktober 2015 bis 24. Jänner 2016
Eröffnung: 9. Oktober 2015, 19 Uhr

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