AK Analyse: Mogelpackung Gratis-Jugendkonto? 1

Keine Kontoführungsgebühr, jedoch einige Spesenfallen

Wien (OTS) - Banken bewerben Jugendkonten gerne als gratis. Genau genommen sind Jugendkonten aber nicht immer ganz gratis. Ein AK Test für Jugendkonten bei 14 Banken zeigt: Die Banken verlangen zwar keine laufende Kontoführungsgebühr. Aber: Zusatzspesen können zur teuren Kostenfalle werden.

Bei genauem Hinsehen ist das zumeist als "gratis" oder "kostenlos" beworbene Jugendkonto nicht bei allen Banken auch wirklich ganz gratis. Die AK Analyse zeigt: Im Jugendkonto-Paket ist eine Bankomat-oder Servicekarte kostenlos inkludiert. Aber einige Banken verrechnen saftige Zusatzspesen. Ist das Konto nicht gedeckt, verlangen etwa 13 Banken für die Nichtdurchführung einer Lastschrift Spesen. Sie machen zwischen 3,86 und 9,19 Euro aus. Für Barauszahlungen am Schalter verlangt fast ein Drittel der untersuchten Banken bis 1,50 Euro. Zehn verzichten auf die Spesen. Zudem ist auch ein Informationsmanko zu kritisieren. "In den Werbeunterlagen im Internet fehlen häufig voll-ständige Spesenauflistungen", kritisiert AK Konsumentenschützer Christian Prantner.

Einen Normalnutzer mit 280 Buchungen im Jahr (ohne besondere Spesen und Über-ziehung) kann das Jugendkonto bis zu 27 Euro im Jahr kosten. Wirklich kostenlos ist es bei easybank (easy schüler/easy lehrling), Erste Bank (Spark7 Jugendkonto), UniCredit Bank Austria (MegaCardKonto), Volksbank Wien-Baden (Aktivkonto), Bank Burgenland (0x24), WSK Bank (1-2-3 Startkonto), Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien (Raiffeisen Ta-schengeldkonto), Sparda Bank Austria Süd (Jugendkonto Pauschalverrechnung).

Ein Minus am Konto, etwa bei Lehrlingen, geht ebenfalls kräftig ins Geld. "Die Überziehungszinsen betragen 6,125 bis elf Prozent", sagt Prantner. Kleiner Trost: Bei Jugendkonten sind die Überziehungszinsen im Schnitt (8,50 Prozent) zumindest günstiger als bei herkömmlichen Gehaltskonten (rund elf Prozent). Die Habenzinsen betragen bei Jugendkonten 0,01 bis 0,8 Prozent und sind mit im Schnitt 0,125 Prozent genauso niedrig wie bei Gehaltskonten.

Kritik übt Prantner an der Zinsenpolitik der Banken. Die Banken haben die Haben- und Sollzinsen im Vergleich zur AK Erhebung aus dem Jahr 2010 gesenkt. Die durchschnittlichen Habenzinsen sind von 0,44 auf 0,125 Prozent gefallen. Die Sollzinsen wurden jedoch nur von 8,75 auf 8,50 Prozent gesenkt. "Die Sollzinsen sind zu hoch, auch angesichts des niedrigen Leitzinses", sagt Prantner.

Zur Erhebung: Die AK hat 15 Jugendkonten von 14 Banken geprüft. Die AK hat für einen Normalnutzer die Kontokosten berechnet, also mit 280 Buchungen pro Jahr, aber ohne besondere Spesen (etwa Nichtdurchführung einer Lastschrift oder Mahnspesen) und ohne Überziehung. Jugendkonten werden Jugendlichen meist zwischen 14 und 19 Jahren angeboten.
(Forts.)

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