ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Fernsehen und Smartphone spielen ,Game of Thrones‘!“

Wien (OTS) - "Die Medienwelt erlebt den tiefgreifendsten Umbruch ihrer Geschichte mit nachhaltigen disruptiven Veränderungen - von den sozialen Medien bis zum Smartphone als immer wichtigerer Plattform des Medienkonsums. Öffentlich-rechtliche Anbieter wie der ORF brauchen den nötigen Spielraum und die rechtlichen Entwicklungsmöglichkeiten, um sich für die Medienzukunft adäquat aufstellen zu können", betonte ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz im Rahmen seines Referats bei den "Österreichischen Medientagen 2015" am Dienstag, dem 22. September 2015, in Wien.

"Die ,Flimmerkiste‘ ist vor ziemlich genau zehn Jahren in die Mottenkiste gestiegen und wurde als digitales Flatpanel mit vorgeschalteten ,Mediaboxen‘ und Smart-TV-Funktionalitäten neu erfunden!", so der ORF-Generaldirektor. Das Fernsehen habe rund um den Fall des Eisernen Vorhangs die Phase seiner größten Wirkungsmacht erlebt. "Derzeit erlebt das Smartphone und alles, was es an inhaltlichen Phänomenen mit sich bringt, die Phase seiner größten Wirkungsmacht: von der Explosion der sozialen Netze bis hin zur aktuellen Flüchtlingsbewegung 100.000er Menschen aus dem Nahen Osten, die in dieser Form ohne Smartphones als zentrale Kommunikationsplattform nicht möglich gewesen wäre", unterstrich Wrabetz.

Die Smartphone-Penetration der Welt stehe kurz vor der Relevanzschwelle, die bislang dem Fernsehen und Radio allein gehörte. Das Smartphone habe den größten Teil der Welt und nun eben, wie sich dieser Tage zeige, den Nahen Osten online gebracht, quer durch alle sozialen Schichten und in ganz kurzer Zeit, so der ORF-Generaldirektor.

"Man könnte sagen, Fernsehen und Smartphone spielen derzeit ,Game of Thrones‘: Die spannendsten TV-Reportagen im Moment werden von Flüchtlingen mit Smartphones gedreht und von Fernsehmachern arrangiert, auf ihren Wahrheitsgehalt gecheckt und verifiziert. Nun wird der Second Screen nicht mit dem First Screen Platz tauschen, aber wir müssen unsere Medien neu denken: Dem ORF ist hier in den vergangenen Jahren einiges gelungen: von der TVthek über die Beteiligung am VOD-Feinkostladen Flimmit bis hin zu den schon rund 4,8 Millionen Mal heruntergeladenen ORF-Apps oder demnächst mit dem crossmedialen Magazin [M]eins! Aber der ORF braucht auch den entsprechenden Handlungsspielraum, um seinen öffentlich-rechtlichen Programmauftrag auch auf den neuen Plattformen erfüllen zu können!", schloss Wrabetz.

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