Militärbischof: Grenzzäune sind "Symptom der Hilflosigkeit"

Werner Freistetter: "Ich kann mir das für Österreich nicht vorstellen"

Wien (KAP) - Grenzzäune in Europa sind ein "Symptom der Hilflosigkeit" und keine Lösung der Flüchtlingsfrage auf sozialer und politischer Ebene. Das sagte der österreichische Militärbischof Werner Freistetter am Sonntag in einem Interview mit der katholischen Presseagentur "Kathpress". Soldaten hätten eine andere Aufgabe, als Flüchtlinge davon abzuhalten, einen Asylantrag zu stellen, sie sollten vielmehr zu einer menschenwürdigen Behandlung der Geflohenen beitragen. Soldaten, die Flüchtlinge abweisen, seien ein "Bild, das mich mit Schmerz erfüllt", sagte Freistetter. "Ich kann mir das für Österreich nicht vorstellen."

Gerade der Beitrag, den österreichische Soldaten bei der Flüchtlingshilfe leisten, zeige, dass es auch anders geht. Freistetter verwies vor allem auf die zahlreichen Militärzelte als Notunterkünfte, auf die Versorgung mit warmem Essen und die Unterstützung beim Weitertransport der Flüchtlinge. Seit mehr als zwei Wochen ist auch die Militärseelsorge an der ungarischen Grenze präsent, vor allem der burgenländische Militärpfarrer. Freistetter sprach den im Einsatz befindlichen Soldaten und allen anderen Helfern seine "hohe Anerkennung" aus.

Als "ethisch völlig unakzeptabel" bezeichnete der im Juni geweihte Militärbischof den Einsatz von Waffengewalt gegen Flüchtlinge. Dies sei für ihn eine "rote Linie".

Angesprochen auf mögliche Sicherheitsrisiken - etwa durch das Einsickern von Dschihadisten - hielt Freistetter fest, dass es Aufgabe des Staates sei, hier "genau hinzuschauen". "Aus meiner militärischen Praxis kann ich bestätigen, dass schon seit längerem im Bundesheer bei Soldaten überprüft wird, ob ein Bedrohungspotenzial gegeben ist", sagte Freistetter.

((ende)) FAM/RME/PWU
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