StR Ludwig: Wiener HausbetreuerInnen – das erfolgreiche Wiener Modell

218 HausbetreuerInnen sind in den Gemeindebauten im Einsatz; Pilotprojekt bietet gezielt BewohnerInnen eine Berufschance, die es am Arbeitsmarkt schwerer haben

Wien (OTS) -    Im Jahr 2000 wurde das Bundes-HausbesorgerInnengesetz von der damaligen ÖVP-FPÖ-Bundesregierung abgeschafft. Eine überwältigende Mehrheit von 84 Prozent der WienerInnen sprach sich bei der Wiener Volksbefragung 2010 für die Möglichkeit aus, neue Hausbesorgerinnen anzustellen. Die Stadt schuf daher 2010 das Modell der Wiener HausbetreuerInnen als Alternative.

   Mit den Wiener Hausbetreuerinnen und -betreuern haben wir ein Erfolgsmodell geschaffen, das auf breite Akzeptanz stößt. In ihrem Einflussbereich hat die Stadt dem Auftrag der Wienerinnen und Wiener Rechnung getragen und ihre Hausaufgaben erfüllt. Auf Bundesebene liegt es nach wie vor am Koalitionspartner, das Votum der Wiener Bevölkerung ernst zu nehmen und umzusetzen", betont Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.****

   Seit der Abschaffung des HausbesorgerInnengesetzes ist es nicht mehr möglich, neue HausbesorgerInnen anzustellen. "Ein neues Gesetz wird durch die ÖVP weiterhin verhindert. Und dies trotz Ausarbeitung eines Gesetzesvorschlags mit modernem Berufsbild und der Wahlfreiheit für die Mieterinnen und Mieter", hält Ludwig fest.

   In den rund 2.000 Städtischen Wohnhausanlagen gibt es zurzeit noch 1.540 Hausbesorgerinnen und Hausbesorger.

   "Überall dort, wo es keine .gute Seele‘ mehr in der Anlage gibt und wo es die Bewohnerinnen und Bewohner wünschen, haben wir für qualifizierten Ersatz durch Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer gesorgt", erklärt der Wiener Wohnbaustadtrat.

   "218 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Wiener Gemeindebauten üben mittlerweile die verantwortungsvolle Tätigkeit einer Hausbetreuerin, eines Hausbetreuers aus. Sie alle erhalten im Vorfeld eine umfassende Schulung und sind so bestens auf ihre Arbeit als zentrale Ansprechpartnerinnen und -partner für die Mieterinnen und Mieter vorbereitet", unterstreicht er.

Chance für WiedereinsteigerInnen

   Die Aufgaben einer/eines HausbetreuerIn können in Teil- oder Vollarbeitszeit ausgeübt werden.

   "Gerade für Menschen, die keiner Vollzeitbeschäftigung nachgehen können oder die den Wiedereinstieg ins berufliche Leben suchen, bietet dieser Beruf eine Tätigkeit, die vielfältig und kommunikativ ist und die fair bezahlt wird", so Ludwig.

HausbetreuerInnen im Alter von 24 bis 60 Jahren

   Junge wie auch ältere Menschen werden als Wiener HausbetreuerInnen eingesetzt. Die derzeit jüngsten MitarbeiterInnen sind 24 Jahre, die ältesten zwischen 57 und 60 Jahre alt. Je nach den persönlichen Bedürfnissen - und damit verbunden - nach den übernommenen Stiegen, arbeiten sie in Voll- oder Teilzeitpositionen.

   Wiener HausbetreuerInnen sind bei der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung angestellt und werden eigens ausgebildet (abschließendes Berufs-Zertifikat). Im Gegensatz zu den bisherigen HausbesorgerInnen ist keine Dienstwohnung vorgesehen. BewerberInnen müssen über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Diese wird von der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung berufsbegleitend angeboten.

Pilotprojekt Rennbahnweg - win-win-Situation für alle Beteiligten

    Bei diesem Pilotprojekt in Kooperation mit wohnpartner werden ganz gezielt Wiener HausbetreuerInnen eingesetzt, die BewohnerInnen der Wohnhausanlage Rennbahnweg sind und die es am Arbeitsmarkt nicht leicht haben.

   BewohnerInnen, die alleinerziehend, die mehr als 50 Jahre alt sind oder die über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen, haben bei Interesse und Eignung die Möglichkeit, als HausbetreuerIn tätig zu sein.

   Elisabeth Miksch-Fuchs, Geschäftsführerin der Wiener Wohnen Haus-& Außenbetreuung: "Auch die Mieterinnen und Mieter schätzen das Projekt sehr, denn die Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer haben eine enge Beziehung zur Hausgemeinschaft und kennen die Anlage sehr gut."

   Derzeit arbeiten im Rahmen des Pilotprojekts bereits 16 Wiener HausbetreuerInnen, die 41 Stiegen betreuen, im Gemeindebau Rennbahnweg. (Schluss) da

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Christiane Daxböck
Mediensprecherin Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
01/4000-81869
christiane.daxboeck@wien.gv.at

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