Von Menschen und Märkten

Langfristige und partnerschaftliche Zusammenarbeit als Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung

Wenn die Bevölkerung bereits von der Planungsphase hinweg in die Arbeit involviert ist, gehört ihr sozusagen das Projekt und nur so ist eine nachhaltige Veränderung möglich. Auch im begleitenden Monitoring und insbesondere in der Abschlussphase ist es wichtig, alle Beteiligten mit einzubeziehen.
Asnake Worku, Leiter der Programmkoordination von Menschen für Menschen in Äthiopien

Wien (OTS) - Welche Rolle spielt der Mensch in der Entwicklungszusammenarbeit? Dieser Frage widmeten sich Experten der EZA und der Politik im Rahmen eines Diskussionsabends, zu der die Organisation Menschen für Menschen geladen hatte. Dabei stand insbesondere das Verhältnis zwischen den sogenannten "Gebern" und "Nehmern" im Mittelpunkt. Ein Verhältnis, das sich im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt hat. Abgerundet wurde das Programm durch eine Fotoausstellung mit der Journalisten, die Menschen für Menschen in die Projektgebiete begleitet hatten, ganz persönliche Einblicke in den äthiopischen Alltag gaben.

Afrikas Entwicklung beeinflusst Europa

Um den Umbruch in der EZA darzustellen, strengte Moderator Friedbert Ottacher eingangs einen Vergleich abseits der beliebten "Lehre einen Menschen das Fischen"-Allegorie an. Er stellte dem Publikum eine gedankliche Aufgabe: Was wird den Menschen wohl mehr bringen: Ihnen täglich einen Laib Brot zu schenken oder sie dabei zu unterstützen, selbst eine Bäckerei zu eröffnen? Dieser Wandel von schlichten Almosen hin zu einer "Hilfe zur Selbsthilfe" orientiert sich in seinem Ansatz an langfristigen Zielen, die den Menschen nicht nur ein Überleben sichern, sondern eine Perspektive eröffnen. Ein Ziel, das immer mehr in den Mittelpunkt rückt, um Länder wie Äthiopien auf lange Sicht hin zu stärken, wie auch der österreichische Botschafter in Addis Abeba, Andreas Melan, zu bedenken gab: "Hier in Europa müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass alles was in Afrika geschieht und wie die Entwicklung vor Ort voranschreitet, direkte Auswirkung auf uns hat und haben wird. Das heißt: Je besser es diesen Ländern geht, desto besser sie sich entwickeln, desto besser ist das für uns."

Entwicklung von innen nach außen

Um die Entwicklung in einem Land wie Äthiopien voranzutreiben, sei es besonders wichtig, sich auf die Entwicklung in den ländlichen Regionen zu konzentrieren, wie Evaluator Jochen Currle betonte: "Die klare Zielsetzung muss sein, dass erst die Ernährung der Menschen gesichert sein muss. Dann können wir darüber nachdenken, wie lokale Märkte aufgebaut werden können." Dabei dürfe auch nicht außer Acht gelassen werden, dass es vor allem gilt jungen Menschen Perspektiven in ihrer Heimat aufzubauen und eine Wahrung der Ressourcen zu gewährleisten. Um all diese Ziele unter einen Hut zu bringen, sei ein ganzheitlicher Ansatz gefragt, der die Bevölkerung von Beginn an in die Arbeit miteinbezieht, so Asnake Worku, Leiter der Programmkoordination von Menschen für Menschen in Äthiopien. "Wenn die Bevölkerung bereits von der Planungsphase hinweg in die Arbeit involviert ist, gehört ihr sozusagen das Projekt und nur so ist eine nachhaltige Veränderung möglich. Auch im begleitenden Monitoring und insbesondere in der Abschlussphase ist es wichtig, alle Beteiligten mit einzubeziehen."

Menschen stärken die Wirtschaft

In Äthiopien, einem Land in dem rund 85% der Menschen von der Landwirtschaft leben, liegt das Hauptaugenmerk natürlich darauf, zunächst diese tragende Säule der Gesellschaft zu stärken und durch unterstützende Maßnahmen eine weitere Entwicklung anzustoßen. Nur so sind die Menschen gegen Ausfälle in der Landwirtschaft gewappnet, wie sie aktuell wieder in Äthiopien drohen. "Die Äthiopische Regierung hat die Ernährungssicherheit als Ziel definiert, das aber aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums nur schwer zu erreichen ist. Auch Wetterphänomene spielen hier eine Rolle: So werden die Auswirkungen von El Niño noch dieses Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Hungersnot in Äthiopien zur Folge haben", umriss Andreas Melan die Herausforderungen, denen Äthiopien in den kommenden Wochen gegenüberstehen wird.

"Äthiopien, durch die Augen von…"

Immer wieder begleiten Journalisten die Hilfsorganisation Menschen für Menschen in die Projektgebiete um die Arbeit vor Ort kennenzulernen und zu dokumentieren. Dabei entstehen oft sehr persönliche Bilder, die Einblicke in den Alltag und das Leben der Menschen geben. Erstmals wurden nun diese ganz persönlichen Aufnahmen von Eva Hammerer (Salzburger Nachrichten), Angelika Goldmann (Wienerin) und Christoph Langecker (VOR Magazin) der Öffentlichkeit präsentiert. Was alle drei Ausstellende verbindet, ist der bleibende tiefe Eindruck, den die Reise in das ländliche Äthiopien hinterlassen hat.

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